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15.01.2019 | Ausstellungen

Diskriminiert, verfolgt, ermordet

Tamara Breitbach (AGF) und Vincent Maron (Schmit-Z) haben die Ausstellungen über die Verfolgung und Diskriminierung Homosexueller mitorganisiert.
Tamara Breitbach (AGF) und Vincent Maron (Schmit-Z) haben die Ausstellungen über die Verfolgung und Diskriminierung Homosexueller mitorganisiert.

Zwei Ausstellungen in der Volkshochschule beschäftigen sich derzeit mit der Verfolgung Homosexueller während des Dritten Reichs und ihrer Diskriminierung in der Nachkriegszeit. Sie sind noch bis zum 7. Februar in der VHS im Palais Walderdorff zu sehen.

Am 18. Januar 1899, also vor 120 Jahren, wurde Gertrud Schloss in Trier in eine jüdische Fabrikantenfamilie geboren. Sie verließ Trier für ein Studium in Heidelberg und promovierte dort. 1923 kehrte Dr. Gertrud Schloss nach Trier zurück und engagierte sich fortan in der SPD, schrieb unter anderem politische Artikel, einen Gedichtband und auch ein Theaterstück. Als Jüdin, Lesbe, Sozialdemokratin, Feministin, Europäerin und Intellektuelle bot sie den Nationalsozialisten viele Anlässe für Verfolgung und Ausgrenzung. Schließlich wurde sie 1941 nach Litzmannstadt deportiert und 1942 wahrscheinlich im Konzentrationslager Kulmhof ermordet.

Im Gedenken an die Triererin Gertrud Schloss hat eine Arbeitsgruppe aus AG Frieden (AGF), Katholischer Hochschulgemeinde Trier, Evangelischer Studentinnen- und Studentengemeinde sowie der Volkshochschule ihre diesjährige Ausstellung zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar der „Verfolgung Homosexueller im Dritten Reich und danach" gewidmet. Die Gruppe wird bei der diesjährigen Ausstellung zudem von dem Kultur- und Bildungszentrum Schmit-Z unterstützt.

Gezeigt werden zwei Ausstellungen gleichzeitig: „Lesbisch, jüdisch, schwul" vom Schwulen Museum Berlin beschäftigt sich mit Biografien von lesbischen Jüdinnen und schwulen Juden. 24 eigens für die Ausstellung recherchierte Biografien werden präsentiert. Sie schildern die Erfahrungen im Nationalsozialismus: Exil, Leben im Untergrund, Deportation, Ermordung, aber auch Überleben und Wirken in der Nachkriegszeit.

Die Verfolgung und Diskriminierung von Homosexuellen unter dem Paragrafen 175 von 1900 bis 1960 mit einem lokalen Bezug zur Region Trier zeigt die zweite Ausstellung „unsichtbar, verfolgt, anders?!" Sie wurde vom schwul-lesbischen Kultur- und Bildungszentrum Schmit-Z, dem Kooperationspartner der Ausstellung, erarbeitet und zusammengestellt. Sie zeigt unter anderem das Schicksal der Trierer Zwillinge Ernst und Leo Salomon. Leo Salomon starb 1942 in Haft; sein Bruder Ernst wurde ein Jahr später in Auschwitz ermordet. Wie die Verfolgung und die Stigmatisierung von Homosexuellen auch nach dem Zweiten Weltkrieg weitergingen, ist ein anderer Aspekt der Ausstellung.

 
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