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Verkehrsbefragung 2018

Bild: Die Grafik zeigt die Anteile der verschiedenen Verkehrsmittel am Gesamtaufkommen.
Die Grafik verdeutlicht den Modal Split, wie er sich aus der Verkehrsbefragung ergibt. Demnach sind die Trierer im Alltag zu 50 Prozent klimafreundlich unterwegs: zu Fuß, mit dem Rad oder als Fahrgäste im ÖPNV.

55 Prozent für den Umweltverbund (Fußgänger, Fahrrad, Bus und Bahn) und 45 Prozent für den sogenannten motorisierten Individualverkehr (MIV), also im wesentlichen Privat-Pkws: Dieser „Modal Split“, so der Fachbegriff, soll in Trier laut Mobilitätskonzept bis 2025 erreicht werden. Dass das Ziel machbar ist, zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Verkehrsbefragung von 2018, die am 29. September 2020 im Baudezernatsausschuss des Stadtrats vorgestellt wurden.

Schon zu DDR-Zeiten führte die TU Dresden alle fünf Jahre eine Erhebung zur Mobilität in Städten durch. Mittlerweile nehmen daran 120 Städte, Stadtregionen und Gemeinden im gesamten Bundesgebiet teil. Trier war 2018 zum ersten Mal dabei und will die Zusammenarbeit 2023 fortsetzen. Aus einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe nahmen in Trier 2022 Personen aus 900 Haushalten telefonisch und online an der Befragung teil. Neben Angaben zur Person und zum allgemeinen Verkehrsverhalten standen die zurückgelegten Wege (Ziel, Länge, Dauer, Zweck, Verkehrsmittel) an einem bestimmten Stichtag im Blickpunkt. Nicht erfasst wurden Pendler, die aus dem Umland nach Trier kommen, Touristen und der Durchgangsverkehr.

Deutliches Plus für den Radverkehr

Zuletzt wurden die Zahlen 2005 ermittelt und im Vergleich zeigt sich vor allem beim Fahrradverkehr eine dynamische Entwicklung: Inzwischen werden 14 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt, 2005 lag der Anteil bei neun Prozent. Bei Strecken über einem und unter drei Kilometern liegt der Fahrradanteil sogar bei 27 Prozent. Dabei dürfte auch der Boom bei den Elektrofahrrädern eine Rolle spielen: 2018 verfügten schon sechs Prozent der Bevölkerung in Trier über ein Pedelec oder E-Bike.

Die Ergebnisse der Haushaltsbefragung zeigen, dass Umweltverbund und MIV in Trier derzeit gleichauf bei 50 Prozent liegen. Betrachtet man nur den Binnenverkehr im Stadtgebiet, steigt der Anteil des Umweltverbunds auf 57 Prozent. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Fußgängerinnen und Fußgänger, deren Anteil sich von 20 auf 25 Prozent erhöht hat.

ÖPNV-Nutzung stabil

Der Beitrag des ÖPNV liegt bei 11 Prozent, ein Rückgang um fünf Prozentpunkte seit 2005. Allerdings lassen sich die Zahlen für Bus und Bahn nicht ohne weiteres vergleichen. Dr. Rico Wittwer vom Institut für Verkehrsplanung und Straßenverkehr an der Technischen Universität Dresden, das die Befragung konzipiert und ausgewertet hat, erklärt die unterschiedliche Zählweise: „2005 wurde es doppelt gezählt, wenn jemand umgestiegen ist. Wir haben so eine Fahrt nur als einen Weg in die Statistik aufgenommen. Außerdem haben wir auch das Verkehrsverhalten von Kleinkindern unter sechs erfasst, die meist zu Fuß unterwegs sind oder im Auto mitgenommen werden – dadurch sinkt insgesamt der ÖPNV-Anteil.“ Rechnet man diese Faktoren heraus, dann ist die ÖPNV-Nutzung bei den Triererinnen und Trierern seit 2005 wahrscheinlich stabil geblieben.

Der Autoanteil an der Mobilität in Trier ging von 55 auf 50 Prozent zurück. Es gibt somit einen langsamen Trend „Weg vom Auto“, der sich auch an anderen Zahlen ablesen lässt: 2005 gab es noch 1,17 Kfz pro Haushalt, jetzt nur noch 1,08. Besonders signifikant gesunken ist der Anteil von Haushalten mit zwei oder mehr Autos, von 27 auf 22 Prozent.

Vergleich mit anderen Städten

Wie ist Trier im Vergleich zu anderen Städten mit ähnlicher Einwohnerzahl und Topographie aufgestellt? Der 14 Prozent-Anteil des Radverkehrs ist für eine hügelige Stadt hoch. In Kaiserslautern, Wiesbaden und Bochum wurden jeweils nur sieben Prozent ermittelt. Dass es noch besser geht, zeigt Offenburg mit 22 Prozent. Wiesbaden ist dafür beim ÖPNV besser aufgestellt – die Einbindung in den Rhein-Main-Verbund sorgt für einen Anteil von 17 Prozent. Und in Kaiserslautern sind die Fußgänger mit 29 Prozent besonders stark vertreten. Der MIV-Anteil liegt in den fünf Städten dieser Vergleichsgruppe zwischen 49 und 54 Prozent.

Unterschiede der Trierer Teilgebiete

Für eine vertiefte Analyse der erhobenen Daten wurde Trier in drei Teilgebiete aufgeteilt: Die Talstadt mit Trier-Mitte/Gartenfeld, Trier-Süd, Trier-Nord, Alt-Kürenz und Alt-Heiligkreuz, die westlichen Stadtteile Zewen, Euren, Trier-West/Pallien, Biewer, Pfalzel und Ehrang/Quint sowie die Höhenstadtteile Feyen/Weismark, Mariahof, Neu-Heiligkreuz, Olewig, Irsch, Kernscheid, Tarforst, Filsch, Neu-Kürenz und Ruwer/Eitelsbach.

Während in der Talstadt mehr als die Hälfte aller Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt wird, sind es im Westen und auf der Höhe weniger als ein Drittel. Dass die Fahrradnutzung in den Höhenstadtteilen bei unter zehn Prozent liegt, ist angesichts der steilen Anstiege bei Fahrten aus der Innenstadt wenig überraschend. Gleichzeitig ist hier der Anteil des ÖPNV mit 14 Prozent am höchsten. Die Prozentzahlen für den Autoverkehr variieren von 38 (Talstadt) bis 60 (Westen).

Verfügbarkeit von Verkehrsmitteln

Gefragt wurde auch nach der Verfügbarkeit der verschiedenen Verkehrsmittel. Insgesamt gaben 83 Prozent der befragten Haushalte an, mindestens einen Pkw zu besitzen. 22 Prozent verfügen sogar über zwei oder mehr Autos. Der Anteil der Haushalte mit Auto ist in der Talstadt mit 61 Prozent wesentlich geringer als in den westlichen Stadtteilen mit 95 Prozent. Auf der Höhe sind es 85 Prozent. Der Verbreitungsgrad des Fahrrads ist derzeit im Vergleich zum Pkw noch niedriger: In 69 Prozent aller Haushalte gibt es mindestens ein Velo. Über eine Zeitkarte für Bus und Bahn verfügen im Schnitt drei von zehn Haushalten. In den Höhenstadtteilen sind es 35 Prozent, im Westen 32 Prozent und in der Talstadt nur 26 Prozent.

 

 
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