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Reform der Grundsteuer

Frist für die Erklärung: 31. Oktober 2022

Plakat der Infokampagne zur Grundsteuerreform.
Plakat der Infokampagne zur Grundsteuerreform.

Sie haben Grundbesitz? Dann müssen Sie eine Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts beim Finanzamt abgeben. Frist hierfür ist der 31. Oktober 2022.

Zuständig für das Stadtgebiet Trier ist das Finanzamt Trier. Bitte wenden Sie sich an Ihr Finanzamt, wenn Sie Fragen zu den erforderlichen Daten oder zum Ausfüllen der Online-Formulare haben.

Die Hintergründe der Reform

Anfang 2022 begann der Prozess, die Grundsteuer auf neue Beine zu stellen. 2018 hatte das Bundesverfassungsgericht die alten Berechnungen gekippt, weil sie mit der steuerlichen Gleichbehandlung nicht mehr vereinbar seien. 2019 hat der Gesetzgeber die Reform beschlossen. Nun müssen Grundstücke und Bebauungen neu bewertet werden. Zum ersten Mal erhoben wird die neue Grundsteuer ab 1. Januar 2025.

Hintergrund der umfassenden Reform ist, dass Häuser und Grundstücke mancherorts bislang sehr unterschiedlich besteuert wurden. Das liegt daran, dass der Grundsteuer der so genannte „Einheitswert" der Grundstücke zu Grunde lag, der im Westen jedoch aus dem Jahr 1964 stammt. Weil sich seither die Werte teilweise stark unterschiedlich entwickelt haben, kommt es zu drastischen Unterschieden. Das muss künftig vermieden werden, damit die Grundsteuer wieder verfassungsgemäß ist. Also wird der Grundbesitz in Deutschland vollständig neu bewertet. Entscheidend ist dessen Wert zum Stichtag 1. Januar 2022. Ab dem Jahr 2025 wird die Grundsteuer auf der Basis des reformierten Grundsteuerrechts von den Städten und Gemeinden erhoben.

Was Grundbesitzer tun müssen

Damit der Grundsteuerwert nach den tatsächlichen Verhältnissen sowie den Wertverhältnissen des Grundstücks (und der Gebäude) zum Stichtag 1. Januar 2022 ermittelt werden kann, müssen Eigentümerinnen und Eigentümer von unbebauten und bebauten Grundstücken sowie von Betrieben der Land- und Forstwirtschaft bestimmte Angaben an das zuständige Finanzamt übermitteln. Hierfür werden nur wenige Daten benötigt. Dabei handelt es sich beispielsweise um die amtliche Fläche des Grundstücks, Wohn-/Nutzfläche, Baujahr und den Bodenrichtwert.

Die Erklärungen sind bis 31. Oktober elektronisch zu übermitteln. Dies kann seit 1. Juli kostenlos über das Steuerportal „MeinELSTER" (www.elster.de) unter „Formulare & Leistungen" erfolgen. Auch über Drittsoftware ist die Übermittlung möglich.

Informationsschreiben für Eigentümer - zu erfassende Daten

Die Steuerverwaltung Rheinland-Pfalz hat im Regelfall bereits den Eigentümerinnen und Eigentümern von Grundbesitz ein Informationsschreiben zugesandt. Diesem Schreiben sind die der Steuerverwaltung vorliegenden Geobasisdaten zum jeweiligen Grundbesitz beigefügt. Soweit diese Angaben zutreffend sind, können die entsprechenden Daten in die abzugebende Feststellungserklärung übernommen werden. Wenn diese Geobasisdaten nicht stimmen, zum Beispiel die Quadratmeterzahlen des Grundstücks, wenden Sie sich bitte an das Vermessungs- und Katasteramt Westeifel-Mosel.

Aktive land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie die Eigentümerinnen und Eigentümer von bisher als Stückländereien bezeichnetem Grundbesitz erhalten die Informationsschreiben im August 2022.

Das Datenstammblatt enthält Angaben zum Stichtag 1. Januar 2022, wie etwa:

  • Aktenzeichen,
  • Flurstückskennzeichen,
  • Lagebezeichnung,
  • amtliche Fläche,
  • Bodenrichtwert.

Folgende Daten müssen unter anderem von den Eigentümerinnen und Eigentümern selbst ermittelt werden:

  • Wohn-/Nutzfläche (in den Bauunterlagen zu finden),
  • Anzahl der Wohnungen,
  • Anzahl der Garagen/Tiefgaragenstellplätze,
  • Baujahr.

Für land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen müssen unter anderm von den Eigentümerinnen und Eigentümern selbst ermittelt werden:

  • Bruttogrundfläche der Wirtschaftsgebäude,
  • Tierbestände,
  • Durchflussmenge in l/s (Teichwirtschaft) sowie
  • Angaben zu Grundsteuerbefreiungen.

Hilfen für Eigentümerinnen und Eigentümer

Das Landesamt für Steuern Rheinland-Pfalz hat umfangreiche Informationen zur Reform der Grundsteuer zusammengestellt.

Die Angaben werden über die Online-Anwendung MeinElster der Finanzämter abgegeben. Das Landesamt stellt auf seiner Webseite eine Klickanleitung zur Verfügung, in der Schritt für Schritt die Ausfüllung der Online-Formulare in "Elster" beschrieben wird.

Privatpersonen, die kein Elster-Konto haben, können die Web-Anwendung: www.grundsteuererklaerung-fuer-privateigentum.de nutzen. In der dortigen Rubrik „Häufig gestellte Fragen“ finden Nutzerinnen und Nutzer hilfreiche Antworten.

Grundsätzlich ist eine elektronische Abgabe der Grundsteuererklärung vorgesehen. Ausnahmsweise können Papiervordrucke in Härtefällen verwendet werden. Ob ein solcher Härtefall vorliegt, entscheidet das Finanzamt: Finanzamt Trier, Hubert-Neuerburg-Straße 1, Telefon: 0651/93600.

Wie geht es weiter?

Anhand der Daten setzt das Finanzamt den Grundsteuermessbetrag fest. Dieser dient dann der Stadtverwaltung als Grundlage für die eigentliche Festsetzung der Grundsteuer. Die Kommune multipliziert den Grundsteuermessbetrag mit dem vom Stadtrat beschlossenen Hebesatz und setzt dann die jährliche Grundsteuer fest. Die bisherige dreistufige Berechnung der Grundsteuer wird in Rheinland-Pfalz beibehalten.

Im Rahmen der Reform erfolgt dann eine Neufestsetzung ab 1. Januar 2025. Zu zahlen ist die Grundsteuer nach neuem Recht somit erst ab 2025. Hierzu versendet die Stadt gesonderte Zahlungsaufforderungen. Bis dahin erfolgt die Bemessung nach bisherigem Recht und der darauf basierenden Bemessungsgrundlage.

 
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