Sprungmarken
20.02.2018

"Geschenk der Geschichte"

Bild: Besucherin in der Ausstellung ""Eine Freundschaft, die Bestand hat"
Besucherin Leja Büschges schaut sich Fotos in einer Vitrine an, die die zusammenfassenden Darstellungen der Schautafeln im Hintergrund ergänzen. Foto: Martin Seng

Das Palais Walderdorff wurde am Freitag zum Schauplatz der langjährigen Freundschaft zwischen den Städten Metz und Trier. Anlass der Feierlichkeiten und einer neuen Ausstellung war der 60. Geburtstag der Partnerschaft, die sich trotz eines kleinen formellen Makels zu Beginn sehr gut entwickelt hat.

Für ein Schmunzeln unter vielen Besuchern sorgte die Bemerkung von Oberbürgermeister Wolfram Leibe, dass es für die Partnerschaft keine offizielle Urkunde gibt. In seinem Grußwort würdigte der OB diese deutsch- französische Freundschaft als „Geschenk der Geschichte." Leibe bezeichnete die zahlreichen Besucher aus beiden Städten bei der Ausstellungseröffnung als „Beleg für die lebendige Partnerschaft". Die Verbindung sei ein positives Beispiel für eine gelungene europäische Zusammenarbeit. Fast gleichzeitig mit der Partnerschaft mit Metz entstand auch die Trierer Freundschaft mit dem britischen Gloucester. Leibe drückte die Hoffnung aus, dass dieser Austausch in Zukunft wieder aktiver gestaltet werden kann.

William Schuman nahm als Stellvertreter des Metzer Oberbürgermeisters Dominique Gros an der Veranstaltung teil. Er bedankte sich für die Einladung und die Feier der langjährigen und fruchtbaren Freundschaft, die sich trotz der vorherigen Feindschaft und mehrerer kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen beiden Nationen entwickelt habe. Der Historiker Professor Frank G. Hirschmann (Universität Heidelberg) ging in seinem Vortrag zur Ausstellungseröffnung auch auf Momente ein, in denen sich die Geschichte der Städte überschnitt. Beispiele sind die Römerzeit, aber auch die Phasen unter französischer und preußischer Flagge. Hirschs Vortrag bot viele verblüffende Details: Metz und Trier gehörten beispielweise zu den ersten Städten, die die Hexenverfolgung im Mittelalter verboten haben.

Die zweisprachige Ausstellung mit dem Titel „Eine Freundschaft, die Bestand hat" wurde vom Trierer Stadtarchiv konzipiert und gestaltet. Sie läuft bis 19. März und geht anhand zahlreicher Dokumente zum Beispiel auf die Rolle der jungen Generation als Motor der Städtefreundschaft ein sowie auf den vielfältigen kulturellen Austausch zwischen Metz und Trier.