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21.01.2020 | Verkehr

Vier Pollervarianten für die Altstadt

Fährt ein Fahrzeug aus der Glockenstraße in Richtung Rindertanzstraße, senkt sich der Poller automatisch. Fotos: Presseamt Stadt Trier
Fährt ein Fahrzeug aus der Glockenstraße in Richtung Rindertanzstraße, senkt sich der Poller automatisch. Fotos: Presseamt Stadt Trier

(kig) Er ist 80 Zentimeter hoch, aber bei Bedarf verschwindet er komplett im Boden: Der Trierer „Ur-Poller" in der Glockenstraße ist seit Dezember in Betrieb. Jetzt plant das Rathaus, an 18 weiteren Zufahrtspunkten zur Fußgängerzone automatisch versenkbare Poller oder dauerhafte Blockaden zu errichten. Ziel ist es, unnötigen Verkehr aus der Altstadt herauszuhalten. Vor dem Baubeschluss haben jetzt die Bürgerinnen und Bürger das Wort.

Für Verkehrsdezernent Andreas Ludwig ist die Sache klar: „Tag für Tag sind viele Fahrzeuge ohne Berechtigung in der Fußgängerzone unterwegs. Mit den Pollern wollen wir diese dreisten Verkehrsteilnehmer heraushalten, um das Flanieren und Einkaufen in der Fußgängerzone für die breite Masse attraktiver zu machen."

Aber natürlich gibt es auch berechtigten Verkehr in der Innenstadt: zum Beispiel die Warenanlieferung für die Einzelhändler oder Rettungsfahrzeuge im Notfall. Dazu kommen Anwohner mit einem privaten Pkw-Stellplatz und Hochzeitsgesellschaften auf dem Weg zum Standesamt am Domfreihof. Für ein intelligentes Steuerungssystem werden daher Poller benötigt, die sich absenken lassen und berechtigten Personen die Ein- oder Ausfahrt ermöglichen.

Matthias Swoboda, Fachmann für Ampeln und Signalanlagen im Tiefbauamt, hat insgesamt 19 Standorte identifiziert, an denen eine Zufahrtsbeschränkung installiert werden soll. Und zwar in vier unterschiedlichen Varianten: Polleranlagen, die die Ein- und Ausfahrt ermöglichen, sollen nach jetzigem Planungsstand an acht Stellen zum Einsatz kommen. An sechs Standorten soll es Poller geben, die nur für die Ausfahrt gedacht sind, wie zum Beispiel der bereits installierte Poller in der Glockenstraße. Beide Varianten sind während der Lieferzeiten grundsätzlich abgesenkt.

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An vier Einfahrten, die vom Lieferverkehr nicht genutzt werden, sind dauerhafte bauliche Blockaden vorgesehen, die sich nicht absenken lassen. Schließlich soll in der Jesuitenstraße ein halbautomatischer Poller errichtet werden, der von den berechtigten Personen, zum Beispiel der Feuerwehr, manuell bedient werden kann. Die Investitionskosten für diese Variante sind wesentlich geringer.

Das Rathaus hat sich also schon viele Gedanken zu den Pollern gemacht, doch nun sind die Bürgerinnen und Bürger und speziell die Anwohnerinnen und Anwohner der Fußgängerzone gefragt. Ebenso natürlich die Einzelhändler und die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. Auf der Internetseite www.trier-mitgestalten.de/poller sind alle Infos zu den Pollern und den einzelnen Standorten zusammengestellt. Wer sich registriert, kann bis zum 17. Februar Kommentare und Anregungen eingeben. Andreas Ludwig ruft zum Mitmachen auf: „Wir haben bei unseren Planungen sicher noch nicht alle Aspekte berücksichtigt, deshalb wollen wir mit Ihnen in den Dialog treten. Es ist wichtig, dass wir für dieses Vorhaben eine möglichst große Akzeptanz herstellen."

Nach der Auswertung der Bürgerbeteiligung steht der Grundsatzbeschluss des Stadtrats auf dem Programm. Dann können die einzelnen Standorte im Hinblick auf die voraussichtlichen Kosten untersucht werden. Die Kostenschätzung ist Basis für den Baubeschluss, der nach der Genehmigung des Haushalts 2021/22 zügig umgesetzt werden soll.

Hinweis an die Redaktionen: Unter Downloads finden Sie einen Übersichtsplan mit den derzeit geplanten Pollerstandorten.

 
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