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22.06.2015 | Bürgerpreis 2015

Vorbildlicher Einsatz für Andere

OB Wolfram Leibe und Günther Passek, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier, verleihen in der Kunstakademie den Bürgerpreis der Stadt Trier an Petra Poetische (Malteser Hospiz- und Palliativdienst), Anne Pia Klein (MitläuferInnen-Projekt) und Dietmar Weirich (dienstältester St. Martin).
OB Wolfram Leibe (r.) und Günther Passek, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier (l.), verleihen in der Kunstakademie den Bürgerpreis der Stadt Trier an Petra Poetschke (Malteser Hospiz- und Palliativdienst), Anne Pia Klein (MitläuferInnen-Projekt) und Dietmar Weirich (dienstältester St. Martin) (v.l.).

Es sei kein Zufall, dass er sich als Austragungsort für seinen ersten Bürgerempfang mit der Europäischen Akademie für Bildende Kunst zugleich für den Stadtteil Trier-West entschieden habe, sagte Oberbürgermeister Wolfram Leibe zu Beginn seiner Rede. „Ich möchte dahin, wo die Menschen leben und arbeiten und damit zugleich die Schönheiten unserer Stadtteile in den Blickpunkt rücken“, kündigte Leibe die Austragung seiner weiteren Bürgerempfänge außerhalb der Innenstadt an.

Es folgte eine Sympathiebezeugung für Trier-West, von wo aus man einen ganz anderen speziellen Blick auf den größeren Teil der Stadt jenseits der Mosel habe. Dank der geleisteten Vorarbeit seines Vorgängers Klaus Jensen sowie der mehrere Millionen Euro umfassenden Bundes- und Landesmittel könne durch die Programme zur Stadtentwicklungsförderung erheblich in den lange Zeit vernachlässigten Stadtteil mit seinen bekannten Problembereichen investiert werden. „Trier-West wird ein attraktives neues Wohnquartier“, gab sich Leibe überzeugt. Dazu würden auch der Ausbau der Luxemburger Straße und später ein eigener Haltepunkt an der reaktivierten Westtrasse beitragen.

Sodann ließ Triers neues Stadtoberhaupt persönliche Erfahrungen seiner nunmehr bald dreimonatigen Amtszeit Revue passieren und schilderte die Aufnahme der zusätzlich zu erwartenden Flüchtlinge als eine „ganz besonders große Herausforderung“. Leibe dankte für die große Hilfsbereitschaft in weiten Teilen der Bevölkerung auch in dieser Frage. „Es gibt ein Wir-Gefühl in dieser Stadt“, stellte der OB dankbar fest und bat um weitere Unterstützung.

Bürgerpreisträger

Gemeinsam mit Günther Passek, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Trier, überreichte Leibe anschließend den dreigeteilten Bürgerpreis 2015. Anne Pia Klein nahm ihn stellvertretend für das Projekt „MitläuferInnen“, eine studentische Initiative an der Trierer Uni, entgegen. Ausgelöst durch sexuelle Übergriffe auf dem Uni-Campus wird für Studentinnen ein Begleitschutz, der sich auch an den Busfahrtzeiten orientiert, für abendliche und nächtliche Campus-Fußwege mit zentralen Start- und Zielpunkten organisiert. Ein ausgetüfteltes System unter Einsatz von Facebook, Flyern und Hinweistafeln trägt zum Gelingen des ehrenamtlichen Projekts bei.

Stellvertretend für die in der Stadt ehrenamtlich tätigen ambulanten Hospizdienste bekam Petra Poetschke vom Hospiz- und Palliativdienst des Malteser Hilfsdienstes den Bürgerpreis überreicht. Die Helferinnen und Helfer unterstützen mit ihren Besuchen, Gesprächen und vielfältigen Hilfestellungen den Wunsch der schwer Erkrankten, bis zu ihrem Tod möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben zu können. Die Hospizbetreuer leisten für den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen unschätzbare Dienste.

Schließlich wurde mit Dietmar Weirich ein Mann mit dem Bürgerpreis geehrt, der seit 1957 jedes Jahr am Martinstag als Sankt Martin hoch zu Ross beim großen Innenstadt-Umzug bei Wind und Wetter durch die Innenstadt reitet. Bei seiner Begegnung mit den kleinen Laternenträgern lässt er sich Zeit und vermittelt ihnen mit viel Herzblut große Freude und unvergessliche Momente. Weirich ist womöglich der dienstälteste St. Martin in Deutschland. Ehrenamtlich besorgt er auch die Pferde und kümmert sich um seine Mitreiter.

Besuch der Bundesministerin

Eine besondere Note erhielt die Veranstaltung durch den Besuch von Bundesbau- und Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Sie hatte sich zuvor in Begleitung der SPD-Bundestagsabgeordneten Katarina Barley, des Ortsvorstehers von Trier-West/Pallien, Horst Erasmy (CDU) und der Quartiersmanagerin von Trier-West, Renate Heineck, einen Eindruck verschafft, was im Rahmen des Bundesprogramms zur Stadtentwicklungsförderung „Soziale Stadt“ im Stadtteil bereits alles bewegt wurde. „Wir haben es mit einer besonderen Herausforderung zu tun“, zog der Gast aus Berlin Bilanz. Mit der finanziellen Förderung werde sich Trier-West auf der Basis einer verlässlichen Stadtplanung weiter fortentwickeln, zeigte sich Hendricks optimistisch. Dem Ehrenamt im Rahmen des Quartiersmanagements maß sie „herausragende Bedeutung“ bei.

Am Ende des Bürgerempfangs, der von Dr. Carolin Thielen-Reffgen locker moderiert und vom Kammerorchester des Bischöflichen Angela-Merici-Gymnasiums unter Leitung von Ulrich Krupp mit anspruchsvollen Werken von Harald Genzmer und Adam Carse musikalisch gestaltet wurde, wurden die ersten Ehrenamtskarten an ehrenamtlich besonders engagierte Trierer Mitbürgerinnen und Mitbürger ausgegeben. „Die Karte ist Ausdruck einer besonderen Wertschätzung und ein Dankeschön des Landes an die Menschen, die sich in vorbildlicher Weise für andere einsetzen“, sagte Carsten Müller-Meine von der Trierer Ehrenamtsagentur. Von den 64 Ausgezeichneten nahmen 35 die Karten, die Vergünstigungen beispielsweise beim Besuch von Schwimmbädern, Museen oder fürs Theater einräumen, persönlich entgegen.

Als Hommage an den Gründer der Europäischen Kunstakademie hatte die Leiterin der renommierten Kultureinrichtung in der Aachener Straße, Dr. Gabriele Lohberg, Bilder des 1994 verstorbenen Künstlers Erich Kraemer ausgestellt.

 
Bildergalerie
  • OB Wolfram Leibe mit Ehrenamtskarte
  • OB Wolfram Leibe empfing zahlreiche Gäste bei seinem ersten Bürgerempfang.
  • Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
  • Baudezernent Andreas Ludwig und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks