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General-von-Seidel-Kaserne

Kuftbild der General-von-Seidel-Kaserne
Rund zehn Hektar umfasst das potenzielle Gewerbegebiet im Stadtteil Euren, das von der Luxemburger Straße erschlossen wird. Foto: Amt für Bodenmanagement und Geoinformation

Auf dem Grundstück der früheren General-von-Seidel-Kaserne will das Rathaus einen neuen Gewerbestandort entwickeln und hat dabei unter anderem die Kreativ- und Digitalwirtschaft im Blick. Zunächst stehen Verhandlungen zum Ankauf der Bundesimmobilie auf dem Programm.

Mit der Umwandlung der gut zehn Hektar großen General-von-Seidel-Kaserne an der Luxemburger Straße in ein Gewerbegebiet sollen innovative Unternehmen nach Trier gelockt werden. Christiane Luxem, Leiterin der Wirtschaftsförderung im Rathaus: „Wir denken zum Beispiel an Start-ups aus den Branchen IT, Kommunikation und Design, die zukunftsfähige Geschäftsmodelle, moderne Technologien und kundenfreundliche Lösungen verbinden. Gleichzeitig soll bestehenden Unternehmen und Handwerksbetrieben die Möglichkeit zur Erweiterung geboten werden. Wichtig ist, dass mit der Entwicklung des Geländes der Wirtschaftsstandort Trier zukunftsfähig wird."

Verkehrswert- und Artenschutzgutachten

Nach dem Abzug der letzten Bundeswehreinheiten 2009 lag die Kaserne mehrere Jahre brach, ehe sie ab 2014 als Erstaufnahmelager für Asylsuchende und Flüchtlinge genutzt wurde. Für diesen Zweck wird sie nun nicht mehr benötigt und die Stadt beabsichtigt, ihr Vorkaufsrecht geltend zu machen. Noch-Eigentümer ist der Bund, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA).

Zur Ermittlung eines fairen Kaufpreises wollen die beiden Partner zunächst gemeinsam ein Verkehrswertgutachten erstellen. Eine dezernatsübergreifende Projektgruppe im Rathaus erstellt gleichzeitig ein Nutzungskonzept und kümmert sich um die baurechtlichen Fragen. Geklärt werden muss unter anderem, ob alle Bestandsgebäude abgerissen oder einzelne weiter genutzt werden – zum Beispiel die Turnhalle, die auch für den Schul- oder Vereinssport interessant sein könnte. Bei der Erschließung und Vermarktung des Geländes will die Stadt später mit einer externen Entwicklungsgesellschaft zusammenarbeiten.

Der Stadtrat hat die Aufnahme der Kaufverhandlungen Anfang Februar 2018 einstimmig gebilligt. Das Konversionsprojekt wird im Rahmen des Wettbewerbs „Potenziale heben – Wiederbelebung von Gewerbe-, Industrie- und anderen Brachen" des Landeswirtschaftsministeriums mit einem Betrag von maximal 248.000 Euro gefördert. Mit der Zuwendung, die mit einer städtischen kofuinanzierung in Höhe von knapp 50.000 Euro verbunden ist, sollen ein Artenschutzgutachten erstellt und Marketingmaßnahmen in Auftrag gegeben werden. Ebenfalls Bestandteil der Förderung: Das geplante Vorhaben wird in einer Werbeplattform aufgenommen und kann bei der Expo Real 2018 in München, Europas größter Fachmesse für Immobilien und Investitionen, am Stand des Landes Rheinland-Pfalz einem internationalen Branchenpublikum präsentiert werden.