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17.09.2018 | Renaturierung Irscher Bach

Klassenzimmer am Bachufer

Bild: Einweihung des blauen Klassenzimmers am renaturierten Irscher Bach
Die Einweihung des blauen Klassenzimmers zog viele Neugierige an das Ufer renaturierten Irscher Bach. Foto: Martin Seng
Nach rund acht Monaten Bauzeit ist am vergangenen Samstag ein rund ein Kilometer langes Teilstück des renaturierten Irscher Bachs eingeweiht worden. Alte Betonelemente und Bachverrohrungen wurden entfernt und der Bachlauf flacher und breiter angelegt. Dies freut neben den Fischen vor allem die Schülerinnen und Schüler der benachbarten Grundschule.

Für die Grundschule Irsch legten die Arbeiter ein blaues Klassenzimmer an. Ziel der neuen Unterrichtsstätte ist es, den Kindern einen praxisnahen Biologie- und Sachkundeunterricht zu ermöglichen. Mehrere Sitzreihen aus Naturstein dienen als Ersatz für die klassische Sitzbank und zwei detaillierte Infotafeln mit Interaktionsmöglichkeiten sollen die Schüler dazu anregen, sich mit dem Ökosystem des Bachs auseinanderzusetzen. „Für uns ist es ein Traum von einem Klassenzimmer", freute sich die Schuldirektorin Doris Thielen über den unkonventionellen neuen Unterrichtsraum.

Über 200 Menschen kamen am vergangenen Samstag am Hang des renaturierten Irscher Bachs zusammen. Eltern, Lehrer und weitere Gäste hörten dem Willkommenslied der Grundschulkinder zu und konnten eine spielerische Darstellung des Bachlieds beobachten. Den Bauarbeiten für die Renaturierung, die vom städtischen Tiefbauamt koordiniert wurden, stand ein Budget von 230.000 Euro zur Verfügung. Ziel war es, die Natur um den Bach und auch ihn selbst wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Fische, Amphibien und andere im Wasser lebende Tiere haben wieder ihren natürlichen Lebensraum zurück. Auch auf den Hochwasserschutz wirkt sich die Renaturierung positiv aus.

Bürgermeisterin Elvira Gabes sprach in ihrer Rede davon, dass es gut sei „die Natur wieder dort hinzubringen, wo sie hingehört" und dankte allen Beteiligten, die dies ermöglicht haben. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken, die extra aus Mainz angereist war, betonte, wie wichtig Nachhaltigkeit sei und verurteilte den fahrlässigen Umgang mit Plastikabfällen.