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30.06.2020

Drei Stadtteile suchen gute Ideen

Bild: Collage Ortsschilder Kernscheid / Heiligkreuz / Kürenz
Ortseingangsschilder und touristische Hinweistafeln in den drei Trierer "Stadtdörfern".

Es kommt immer mal wieder vor, dass mehrere Ortsbeiräte zu gemeinsamen Beratungen zusammenkommen, aber selten geht es dabei um eine Förderung von einer knappen Million Euro. Bei dem Landesprogramm „Stadtdörfer", in dem Trier durch die Stadtteile Kernscheid, Kürenz und Heiligkreuz vertreten wird, sind jetzt Schnelligkeit, Flexibilität und vor allem gute Ideen gefragt.

Der Zeitplan bei dem seit 2016 als Modellprojekt in Landau getesteten landesweiten Programm mit einer Finanzausstattung von insgesamt 3,5 Millionen Euro ist ehrgeizig: Es läuft bis Ende 2022 und schon am 1. Dezember muss bei der Übergabe der Förderbescheide durch Innenminister Roger Lewentz eine Projektskizze vorliegen. Daher spielte bei der Sitzung der Ortsbeiräte unter der Leitung von Oberbürgermeister Wolfram Leibe die Vorstellung des Verfahrens, des Konzepts und der Förderkriterien eine zentrale Rolle. Der OB hatte das „Stadtdörfer"-Projekt bei einem Besuch in Landau kennengelernt und daraufhin die Trierer Bewerbung angeregt.

Stadtdörfer sind in der Definition des Förderprogramms Stadtteile in kreisfreien oder großen, kreisangehörigen Städten, die überwiegend ihren dörflichen Charakter erhalten haben. Nach der erfolgreichen Premiere in Landau wird das Programm nun in Koblenz, Ludwigshafen und Trier umgesetzt. Es verfolgt vor allem das Ziel, Zukunftsthemen zu benennen, Entwicklungspotenziale besser zu nutzen und die Strukturen vor Ort in den Stadtteilzentren zu stärken. Dabei soll die Bürgerbeteiligung eine zentrale Rolle spielen. Zudem will man für den gesamten Prozess das vorhandene ehrenamtliche Engagement nutzen.

In den drei nach einer Prüfung ausgewählten Trierer Stadtteilen findet unter Leitung des Planungsbüros Stadtimpuls aus Landau ein Leitbild- und Moderationsprozess mit den Bürgerinnen und Bürgern statt. Dabei sollen wichtige Projekte ausgewählt und umgesetzt werden. Es ist jeweils eine Kofinanzierung ergänzend zu dem Landeszuschuss angedacht. Die erste Phase hat bereits begonnen: Mitarbeiter des Landauer Büros Stadtimpuls waren zu Bestandsaufnahmen vor Ort in den drei Stadtteilen unterwegs und haben erste Gespräche mit den Ortsvorstehern geführt. In der von Nadja Driessen und Sabine Borkam von der Stadtverwaltung moderierten Informationsveranstaltung für die drei Ortsbeiräte in der Europahalle stellte Tobias Brokötter von Stadtimpuls erste Impressionen vor, die er jeweils unter den Stichworten Potenziale und Herausforderungen präsentierte. Seine Analyse stieß bei den Ortsvorstehern Hanspitt Weiler (Heiligkreuz), Horst Freischmidt (Kernscheid) und Ole Seidel (Kürenz) spontan auf ein durchweg positives Echo.

In der Stadtverwaltung entsteht eine Lenkungsgruppe mit Vertretern betroffener Fachämter im Rathaus, den Ortsvorstehern, einigen Ortsbeiratsmitgliedern sowie Repräsentanten des Innenministeriums, das den Gesamtprozess begleitet und wichtige Fragen zur Prozessstruktur, den Entscheidungsabläufen und der Verteilung einzelner Aufgaben klärt.

Petra Lohse