Sprungmarken
25.06.2019 | Stadtentwicklung

Kurze Wege am Grüneberg

Bild: Bei einem Ortstermin besprechen Baudezernent Andreas Ludwig, SWT-Vorstand Arndt Müller und OB Wolfram Leibe die Pläne für den Grüneberg.
Bei einem Ortstermin besprechen Baudezernent Andreas Ludwig, SWT-Vorstand Arndt Müller und OB Wolfram Leibe (v. l.) die Pläne für den Grüneberg.
Die Planungen für ein Technisches Rathaus am Grüneberg konkretisieren sich und sollen auf Beschluss des Stadtvorstands weiterverfolgt werden. Der Stadtrat hatte sich bereits im April mit einer Strategievorlage zu dem Thema befasst. Das Gebiet im Stadtteil Kürenz soll als Impulsgeber fungieren und ist auch für ein wichtiges Wohnungsbauprojekt vorgesehen.

Noch sind viele planerische und finanzielle Fragen zu klären, doch die Marschroute des Stadtvorstands ist klar: Auf dem bisherigen Grundstück der Riveris-Siedlung soll mittelfristig ein Neubau als gemeinsames Domizil des Stadtplanungsamts, des Amts für Bodenmanagement und Geoinformation, des Amts für Bauen, Umwelt, Denkmalpflege, der Gebäudewirtschaft und der Leitungsebene des Baudezernats entstehen.

Zusammen mit der Stadtreinigung, dem Tiefbauamt und dem StadtGrün, die ab 2020 in den benachbarten Energie- und Technikpark (ETP) umziehen (die RaZ berichtete), wären damit alle Mitarbeiter des Baudezernats an einem Standort vereint. Bisher befinden sie sich verstreut über drei Stadtteile in der Gärtnerstraße, der Sichelstraße, am Augustinerhof, in der Hindenburgstraße und in der Löwenbrückener Straße. Beigeordneter Andreas Ludwig betont: „Ich gehe davon aus, dass sich mit der Zusammenlegung in einem Technischen Rathaus ganz erhebliche Synergieeffekte erzielen lassen. Kurze Wege zwischen den Kolleginnen und Kollegen erleichtern Absprachen und vereinfachen die gemeinsame Projektarbeit über die Ämtergrenzen hinweg." Darüber hinaus bietet das Riveris-Grundstück Erweiterungspotenzial für eine Probebühne sowie Lagerräume des Theaters.

Bei der Umsetzung will das Rathaus wie schon beim ETP mit den Stadtwerken kooperieren. Das Grundstück befindet sich im Besitz der Stadt und soll an die Stadtwerke veräußert werden, die dann mit ihrer inzwischen bewährten Expertise in der Immobilienentwicklung als Bauträger fungieren und das fertige Gebäude an die Stadt vermieten sollen. Im Gegenzug spart das Rathaus 470.000 Euro jährliche Mietkosten für Büroräume an verschiedenen Standorten.

Bevor es in die Umsetzung geht, muss für die derzeit noch in der Riveris-Siedlung ansässigen Sinti-Familien neuer Wohnraum geschaffen werden. Hierfür ist das Umfeld der früheren Sporthalle am Grüneberg vorgesehen, wo die Stadt ein Mehrfamilienhaus mit 17 Sozialwohnungen errichten will. Für OB Wolfram Leibe ist dies auch eine Frage einer inklusiven Stadtgesellschaft: „Man hat die Sinti nach dem Krieg an die Kläranlage am Stadtrand abgeschoben. Ich finde es richtig, den Familien jetzt anzubieten, näher am Zentrum zu wohnen."

Darüber hinaus ist in diesem Gebiet der Bau weiterer Mehrfamilienhäuser mit insgesamt bis zu 150 Wohnungen angedacht. Sozialdezernentin Elvira Garbes verweist auf den steigenden Bedarf: „Wir brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum für Menschen und Familien mit mittlerem Einkommen, die in Trier bleiben oder hier herziehen wollen."

Ralph Kießling