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24.03.2017 | Standort Trier

JTI unverzichtbarer Arbeitgeber

Bild: JTI-Logistiker Hermann Fantes zeigt OB Wolfram Leibe und dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann (v. r.) eine Maschine in der Trierer Fertigungshalle, die pro Minute 15.000 Zigaretten „ausspuckt“.
JTI-Logistiker Hermann Fantes zeigt OB Wolfram Leibe und dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann (v. r.) eine Maschine in der Trierer Fertigungshalle, die pro Minute 15.000 Zigaretten „ausspuckt“.
Hoher Besuch bei JTI Trier: Reiner Hoffmann, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds, war ebenso wie Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Michaela Rosenberger, Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, bei einer Betriebsrätekonferenz der Tabakindustrie zu Gast, an der auch Gewerkschafter der Konzerne Reemtsma, BAT und Philip Morris teilnahmen. Im Zentrum des Treffens stand die Arbeitsplatz- und Standortsicherung angesichts des weiter zunehmenden regulatorischen Drucks auf die Tabakindustrie, darunter Warnhinweise und -fotos auf den Zigarettenpäckchen sowie die in einigen europäischen Ländern eingeführte Einheitsverpackung ohne Markenlogos.

In diesem Zusammenhang forderte JTI-Gesamtbetriebsratsvorsitzender Gerd Willems von Berlin und Brüssel eine „Politik mit Augenmaß“, damit hoch qualifizierte Arbeitsplätze erhalten bleiben. „Wir brauchen die Unterstützung der Politik, auch auf lokaler Ebene.“ Die konnte OB Leibe zusagen: „JTI ist als größter Arbeitgeber in Trier willkommen, das sage ich als Nichtraucher. Die Gesundheitsschutzgesetze sind richtig, aber wir leben in einer liberalen Gesellschaft und wollen den Menschen ihre Konsumentscheidungen nicht vorschreiben.“ Entscheidend sei, dass die Produktionsstätten in Deutschland, wo es viele gut bezahlte Jobs mit fortschrittlichen Arbeitsbedingungen in der Tabakindustrie gebe, erhalten bleiben und nicht in Billiglohnländer verlagert werden. Ein Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit gibt es: In einer BAT-Fabrik in Bayreuth wurden letztes Jahr 950 von 1400 Stellen gestrichen.

Leibe geht davon aus, dass insgesamt 3000 Arbeitsplätze in Trier direkt oder indirekt von der Tabakindustrie abhängen, darunter 1800 bei JTI, weitere 300 beim Konkurrenten Landewyck und mehrere Hundert bei dem Faltschachtelzulieferer Mayr-Melnhof.

DGB-Chef Hoffmann blickt mit Sorge auf die „hochgradige Globalisierung“ der Tabakindustrie. Umso wichtiger sei es, so Hoffmann, dass die Betriebsräte der vier größten Konzerne eine gemeinsame Plattform auf europäischer Ebene bilden, damit die Standorte in den einzelnen Ländern nicht gegeneinander ausgespielt werden können.

Die Abkürzung JTI steht für Japan Tobacco International. Der Konzern verzeichnete 2016 einen Umsatz von 10,5 Milliarden Dollar und beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter in 72 Ländern. Das Werk in Trier produziert jährlich rund 50 Milliarden Zigaretten, zum größten Teil für den Export. Daneben gibt es in Trier ein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Zuletzt hat JTI am hiesigen Standort in ein automatisiertes Tabaklager mit einem Fassungsvermögen 27.000 Tonnen investiert.

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