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11.10.2021

Ein Jahr nach der Amokfahrt: Gedenkveranstaltung mit Gottesdienst und Konzert

Kerzenmeer an der Porta Nigra nach der Amokfahrt vom 1. Dezember 2020.
Unmittelbar nach der Amokfahrt bekundeten viele Triererinnen und Trierer ihre Trauer und ihr Mitgefühl mit den Opfern mit Kerzen an der Porta Nigra. Zum ersten Jahrestag gibt es einen Gedenkgottesdienst im Dom.

(gut) Ein Jahr nach der schrecklichen Amokfahrt vom 1. Dezember 2020 wird die Stadt Trier mit mehreren Veranstaltungen der Opfer gedenken. Darüber und über die Gründung einer Stiftung zur Unterstützung der Betroffenen und Details zu einer Gedenkstätte informierte OB Wolfram Leibe in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz am Montagnachmittag. Details und Planungen wurden am Wochenende bei einem Opfernachsorgetreffen abgestimmt.

Demnach läuten am Mittwoch, 1. Dezember, um 13.46 Uhr - dem Zeitpunkt der Amokfahrt – die Domglocken zum Gedenken. Oberbürgermeister Wolfram Leibe bittet die Triererinnen und Trierer, in diesen Minuten schweigend der Opfer zu gedenken. Direkt im Anschluss beginnt im Dom ein ökumenischer Gedenk-Gottesdienst unter Leitung von Bischof Dr. Stephan Ackermann mit Beteiligung der evangelischen, neuapostolischen und griechisch-orthodoxen Kirche. Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat bereits ihr Kommen zugesagt. Ebenso teilnehmen werden neben OB Wolfram Leibe und dem Stadtvorstand unter anderem der Opferbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek, Mitglieder des Stadtrats sowie Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Rettungs- und Sondereinsatzkräften sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger.

Am Abend um 19 Uhr gibt es ebenfalls im Trierer Dom ein Requiem, das vom Philharmonischen Orchester der Stadt Trier gemeinsam mit der Dommusik gestaltet wird. Unter Leitung von Domkapellmeister Thomas Kiefer und Generalmusikdirektor Jochem Hochstenbach wird das Reqiem op. 48 von Gabriel Fauré für Sopran- und Bariton-Solisten mit Chor und Orchester zu hören sein.

Bei Gottesdienst wie Konzert werden die Plätze im Dom zunächst an Opfer und Hinterbliebene vergeben. Zum weiteren Einlass unter Corona-Bedingungen erfolgen im November Informationen. Nach derzeitigem Stand dürfen – nach 2G+ Regel – alle 650 Sitzplätze im Dom belegt werden. Der SWR wird den Gottesdienst live im Fernsehen übertragen. OB Leibe betonte: „Ich möchte den Menschen der Stadt die Möglichkeit geben, zu trauern.“

Wie Leibe berichtete, stimmten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dem Nachsorgetreffen am vergangenen Wochenende auch für die Gründung einer Stiftung mit dem Namen „Stiftung für die Betroffenen der Amokfahrt 1. Dezember 2020“. Aufgabe der Stiftung, die zehn Jahre bestehen soll, ist die Auszahlung der Spendengelder, die für die Betroffenen der Amokfahrt eingegangen sind und immer noch eingehen. OB Leibe sagte, innerhalb der zehn Jahre sollten alle Menschen, die Ansprüche haben, bedient werden – auch solche, die sich vielleicht erst nach einigen Jahren melden. Aktuell liegen auf einem städtischen Konto über eine Million Euro. Wer welche Summen erhält, entscheidet ein Kuratorium. Darin ist unter anderem ein Teil der Betroffenen vertreten. Den Vorstand der Stiftung übernimmt die frühere ADD-Präsidentin Dagmar Barzen. Ihr Stellvertreter wird der Trierer Caritasdirektor Dr. Bernd Kettern, die Geschäftsführung übernimmt OB-Referentin Nina Womelsdorf. Aufwandsentschädigungen für die Arbeit innerhalb der Stiftung werden nicht gezahlt.

Zur Gedenkstätte informierte OB Leibe, dass sich die Betroffenen der Amokfahrt Ende Oktober zu diesem Thema erneut treffen. Eine endgültige Entscheidung brauche aber noch Zeit, weswegen die Stadt übergangsweise eine Gedenktafel an der Porta Nigra anbringen werde. Hierbei soll es sich um eine Arbeit des Trierer Steinmetzes Henning Wirtz handeln.