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15.01.2018 | Archäologie

Porta Nigra ist 1848 Jahre alt

Präsentation der für die Altersbestimmung der Porta Nigra ausschlaggebenden Holzfunde im Rheinischen Landesumseum
Diese Holzfunde gehörten zu einer Spundwand, die beim Bau der römischen Stadtmauer in der Nähe der Porta Nigra verwendet wurde. Anhand der Jahresringe wurde festgestellt, dass die Bäume im Jahr 170 nach Christus gefällt wurden.

Bei einer archäologischen Grabung im Grünstreifen der Nordallee wurden im Herbst 2017 Fundamente und Quader  der römischen Stadtmauer und eines zugehörigen Turms freigelegt. „Das Baumaterial aus Rotsandstein entspricht dem der Porta Nigra und weist auch die gleichen Bearbeitungsspuren auf“, erläuterte Grabungsleiter Christoph Lindner von der Universität München.

Gefunden wurden außerdem Pfosten und Bohlen einer Spundwand, mit deren Hilfe beim Hochziehen der Stadtmauer Grundwasser und nachdringendes Erdreich abgehalten wurde. Diese Funde, darunter ein 2,80 Meter langer Pfosten aus Tannenholz und eine Eichenholzbohle, wurden anschließend im Forschungslabor des Rheinischen Landesmuseums dendrochronologisch, also anhand der Jahresringe, untersucht. Ergebnis: Das Holz stammt von Bäumen, die im Winter 169/70 gefällt wurden. Daraus, so Expertin Mechthild Neyses-Eiden, lasse sich ableiten, dass der Bau der nördlichen Stadtmauer ebenfalls zu dieser Zeit stattfand: In der Antike wurde Holz vor der Verarbeitung nicht länger gelagert, damit es nicht austrocknete.

„Mit dem Datum 170 kann nun auch die Entstehungszeit des nahe gelegenen nördlichen Stadttors des antiken Triers, der Porta Nigra, eingegrenzt werden“, erklärte Marcus Reuter, Direktor des Landesmuseums, bei der Präsentation der Forschungsergebnisse in seinem Haus. „Forschungsmeinungen, die das Bauwerk in das späte 3. oder frühe 4. Jahrhundert datierten, sind damit widerlegt.“ Bestätigt wurde dagegen die Vermutung des früheren Museumsdirektors Heinz Cüppers, der den Bau der Stadtmauer und der Porta auf die Zeit zwischen 160 und 180 geschätzt hatte.

Kulturminister Konrad Wolf würdigte die „wissenschaftlich höchst bedeutende Erkenntnis“ des interdisziplinären Forscherteams und bedankte sich bei der Gerda-Henkel-Stiftung, die das Projekt finanzierte. „Wegen des einzigartigen Erhaltungszustands und Baustils geht von der Porta Nigra bis heute eine ganz besondere Faszination aus“, betonte Wolf.