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Trierer Persönlichkeiten aus 2030 Jahren: Augustus

Augustus-Konterfei auf einer römischen Goldmünze.
Augustus-Konterfei auf einer römischen Goldmünze.

Ob Augustus Trier jemals besucht hat, ist nicht überliefert. Fest steht, dass der erste römische Kaiser der „Taufpate“ der unter dem Namen „Augusta Treverorum“ gegründeten Stadt war.

Augustus (63 v. Chr.-14 n. Chr.) wurde unter dem Namen Gaius Octavius als Sohn eines Prätors in Rom geboren. Seine Mutter war eine Nichte Julius Cäsars. Später wurde Octavius von Cäsar adoptiert und zum Haupterben eingesetzt. Nach der Ermordung Cäsars 44 v. Chr. kämpfte er im Bürgerkrieg zunächst gegen die Verschwörer Brutus und Cassius und später gegen Marcus Antonius um sein Erbe. Nach dem Sieg über Antonius und dessen Geliebte Kleopatra in der Seeschlacht bei Actium (31 v. Chr.) war Octavius bis zu seinem Tod unumschränkter Herrscher des römischen Weltreichs. Der Senat verlieh ihm 27 v. Chr. außergewöhnliche Vollmachten und den Ehrennamen Augustus („der Erhabene“). Wie sich zeigen sollte, war damit das Ende der römischen Republik besiegelt.

Trotz des blutigen Vorgehens gegen seine Gegner ging die Herrschaft des Augustus als eine Epoche des Friedens, des Wohlstands und der kulturellen Blüte in die Geschichte ein. Im Zuge der Neuordnung Galliens legten die Römer ab 20/19 v. Chr. ein neues Fernstraßennetz an. In diesem Zusammenhang ist der Bau der ersten (hölzernen) Moselbrücke in der Trierer Talweite zu sehen. Das Fällungsjahr der Hölzer konnte durch dendrochronologische Untersuchungen in das Jahr 17 v. Chr. datiert werden.

Von 16 bis 13 hielt sich Augustus in Gallien auf. Ein enger Bezug zwischen dieser Reise des Imperators und der Gründung der „Augusta Treverorum“ am Verkehrsknotenpunkt Moselbrücke darf vermutet werden. Ob Augustus seine Neugründung selbst besucht hat, ist nicht erwiesen. Sicher ist, dass nur wenigen anderen Städten, darunter Augusta Vindelicorum (Augsburg) und Augusta Raurica (Augst in der Schweiz), die Ehre zuteil wurde, nach dem Herrscher benannt zu werden. Der zweite Teil des Namens der neuen Stadt, der sich bis heute abgewandelt erhalten hat, weist auf die keltische Urbevölkerung vom Stamm der Treverer hin.