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Wohnraumkonzept

Die Stadt Trier will ihre derzeit rund 700 Wohnungen erhalten, umfassend sanieren und in eine neue Trägerstruktur überführen. So sieht es der Entwurf für ein Wohnraumversorgungskonzept vor. Oberstes Ziel ist es, die Bereitstellung von Wohnraum langfristig auch für Menschen und Bevölkerungsgruppen sicherzustellen, die auf dem allgemeinen Wohnungsmarkt schlechte Chancen haben, etwas passendes zu finden.

Auf dem Trierer Wohnungsmarkt wird es eng: Die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” führt die Stadt in einem Demografieindex, der das Bevölkerungswachstum von 100 Städten in Deutschland analysiert, auf Platz eins. Trier ist mittlerweile im bundesweiten Vergleich ein sehr gefragter Standort für Wohnimmobilien.

Die Kehrseite dieser an sich erfreulichen Entwicklung sind überdurchschnittlich steigende Mieten. Hinzu kommt, dass die Belegungs- und Mietpreisbindungen vieler Sozialwohnungen in den nächsten Jahren auslaufen werden und der Neubau von Sozialwohnungen praktisch zum Erliegen gekommen ist .Leidtragende dieser Trends sind sozial benachteiligte Haushalte, darunter Alleinerziehende und Hartz-IV-Empfänger, die sich auf dem freien Wohnungsmarkt kaum noch versorgen können.  Zu diesem Ergebnis kommen die Fachbüros Wohnbund Beratung NRW GmbH (Bochum) und KUB Kommunal- und Unternehmensberatung (Hannover), die der Stadtrat im November 2011 mit der Erstellung eines detaillierten Handlungskonzepts zur Wohnraumversorgung beauftragt hat.

Für OB Klaus Jensen ist klar: „Wir dürfen unsere Wohnungen nicht verkaufen. Nur so können wir weiterhin garantieren, dass der Wohnraumbedarf dieser benachteiligten Zielgruppe gedeckt wird.“ Doch um die rund 700 städtischen Wohnungen dauerhaft zu erhalten, sind umfangreiche Sanierungen unerlässlich. Nach ersten Kostenschätzungen ist von einem Aufwand im zweistelligen Millionenbereich auszugehen. Für die Finanzierung wird das Rathaus Verhandlungen über Fördermöglichkeiten mit der Landesregierung aufnehmen. „Wir planen keine Luxussanierung, denn die Mieten müssen auf einem sozial verträglichen Niveau bleiben“, betont Sozialdezernentin Angelika Birk.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Gründung einer neuen kommunalen Trägerstruktur, die unabhängig vom städtischen Haushalt durch die Bildung von Rücklagen eine stärker betriebswirtschaftlich orientierte Verwaltung erlaubt. Laut Konzeptentwurf soll der Träger keine Gewinne erzielen, sondern die Einnahmen in die laufende Instandhaltung und Modernisierung der Wohnungen reinvestieren. Zur Erfüllung dieser Kriterien sind verschiedene Organisationsformen denkbar.

Auf dem Weg zu einem sozial ausgewogenen Wohnungsmarkt in Trier hoffen Birk und Jensen auf Unterstützung: „Über den Erhalt der städtischen Wohnungen hinaus geht es auch darum, Bündnispartner wie Wohlfahrtsverbände, Kirchen und die Wohnungswirtschaft zu gewinnen, um einen Ausgleich dort zu schaffen, wo die Marktmechanismen nicht mehr greifen.“

 
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