Sprungmarken

Karl-Marx-Statue

Die Karl-Marx-Statue von Wu Weishan kurz nach der Enthüllung auf dem Simeonstiftplatz.
Die Karl-Marx-Statue von Wu Weishan kurz nach der Enthüllung auf dem Simeonstiftplatz.
Ein großes Geschenk für den großen Sohn der Stadt: Die Karl-Marx-Statue, die China der Stadt Trier als Geburtsstadt des Philosophen zum Jubiläumsjahr 2018 schenkt. Der bekannte chinesische Bildhauer Wu Weishan hat die Bronzeskulptur in einem zweijährigen Schaffensprozess angefertigt.

Die künstlerische Idee

Nachdem der Stadtrat am 13. März 2017 der Annahme des Geschenks grundsäzlich zugestimmt hatte, einigten sich die Stadt Trier, Künstler Wu Weishan und die Volksrepublik China auf die Ausführungsdetails mit einer Gesamthöhe von 5,50 Meter inklusive Sockel. Die gegenständliche Figur zeigt Marx mit dem unverkennbaren Vollbart, der im Gehrock und mit einem Buch unter dem linken Arm voranschreitet. In der Interpretation des Künstlers begegnet Marx dem Betrachter als Mensch aus Fleisch und Blut, der neben ihm her geht. Haarschnitt und Bart charakterisieren den Philosophen und das Buch steht als Symbol dafür, dass die Menschheit sich weiterbildet.

Die fünf Ecken des abgestuften Sockels zeigen in die Richtung wichtiger Wirkungsorte des Denkers: Trier, Berlin, Hamburg (Sitz seines Verlegers), Paris und London. 

Der Standort

Die Statue steht auf dem Simeonstifsplatz, direkt hinter dem Stadtmuseum und in Sichtweite des Wohnhauses der Familie Marx in der Simeonstraße. Auf diesen Standort hatte sich Wu bei seinem ersten Besuch in Trier im Januar 2016 mit Baudezernent Andreas Ludwig geeinigt. Die Statue erhält hier den für ihre Größe nötigen Freiraum, wird aber durch den Giebel des Simeonstifts zugleich auch eingerahmt.

 
Bildergalerie
  • Zahlreiche Gäste waren vor Ort, als die Statue des chinesischen Künstlers Wu Weishan enthüllt wurde.
  • Der chinesische Botschafter Shi Mingde, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, OB Wolfram Leibe, der Vizeminister des Informationsbüros des chinesischen Staatsrats, Guo Weimin, Baudezernent Andreas Ludwig und der Künstler Wu Weishan (v. l.) freuen sich über die gerade enthüllte Statue von Karl Marx auf dem Simeonstiftplatz.
  • Die Statue ist insgesamt 5,50 Meter hoch, aus Bronze gegossen und wiegt 2,3 Tonnen.
  • Sofort nach dem Festakt wurde die Bronzeskulptur zum begehrten Fotoobjekt. Sie gilt als künftige Touristenattraktion.
  • Drei Wochen vor der Einweihung wird die Marx-Skulptur auf dem Simeonstiftplatz aufgestellt.
  • Geschafft: Die 2,3 Tonnen schwere Statue steht sicher auf dem Betonsockel.
  • Marx-Brothers: Die "Doppelgänger" des berühmten Philosophen, Henning Laufer (l.) und Michael Thielen, lassen sich das Spektakel am Simeonstiftplatz nicht entgehen.
  • Ankunft der Marx-Statue am Flughafen Frankfurt
  • Andreas Ludwig packt mit an, um endlich einen Blick auf die Statue zu bekommen.
  • Da ist er: Der Kopf ist zu sehen, während der Rest der Statue noch in Folie verpackt ist.
  • Wu Weishan bei der Arbeit an der Marx-Statue.
  • Wu Weishan zeigt Baudezernent Andreas Ludwig in seinem Atelier den Stand der Arbeit an der Karl-Marx-Statue.
  • Das Gesicht der Marx-Keramik.
  • Der Simeonstiftplatz mit dem Platzhalter der geplanten Marx-Statue.
  • Zahlreiche Medienvertreter sind zugegen, als OB Wolfram Leibe und Baudezernent Andreas Ludwig die Silhuette des geplanten Marx-Denkmals im Originalmaßstab präsentieren.
  • OB Wolfram Leibe und Baudezernent Ludwig mussten zahlreiche Interviews geben.
  • Blick auf den Marx-Dummy aus dem zweiten Stock des Hauses gegenüber des Simeonstiftplatzes.
  • OB Leibe und Wu Weishan diskutieren die Wirkung im Stadtbild.
  • Entwurf der Karl Marx-Statue von Wu Weishan als Tonabguss.

Die Chronik – was bisher geschah

Im Februar 2015 bedankt sich der damalige Oberbürgermeister Klaus Jensen beim damaligen chinesischen Generalkonsul Liang Jianquan in Frankfurt schriftlich für das Angebot der Volksrepublik, der Stadt eine Skulptur zu schenken. Als Aufstellungsort schlägt OB Jensen einen Platz in der Nähe des Karl-Marx-Hauses vor.

Im Januar 2016 reisen das Staatsratsmitglied Chen Xueliang und der bildende Künstler Wu Weishan nach Trier, um sich zusammen mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Beigeordnetem Andreas Ludwig ein Bild vom möglichen Aufstellungsort zu machen. Wu Weishan sagt der vorgeschlagene Ort für die Statue nicht zu, weshalb er mit Andreas Ludwig einen Ersatzstandort sucht. Wu Weishan ist begeistert vom Simeonstiftplatz.

Im Dezember 2016 erhält die Stadt Trier von chinesischer Seite das Foto eines dreidimensionalen Entwurfs für die Karl-Marx-Statue. Sie soll nach Angabe Chinas insgesamt 6,30 Meter hoch werden (4,90 Meter die Statue, 1,40 Meter der Sockel).

Anfang rz 2017 stellt die Stadt Trier auf dem Simeonstiftplatz zwei Tage lang eine zweidimensionale Silhouette einer Marx-Figur in der Größe auf, die der Künstler angegeben hat.

Am 13. März 2017 beschließt der Stadtrat grundsätzlich die Annahme des Geschenks, mit der Einschränkung, dass Ort, Größe und Kostenübernahmen noch zu bestimmen sind. 42 Ratsmitglieder votieren mit Ja, sieben mit Nein und vier enthalten sich.

Am 16. März 2017 bestätigt der chinesische Botschafter in Berlin Shi Mingde in einem Telefonat mit OB Leibe, dass das Geschenk an Trier ein Geschenk der Freundschaft und Wertschätzung sei, das China der Stadt eigeninitiativ angeboten habe.

Am 29. März 2017 informiert das Presseamt der Stadt Trier über die Verhandlungen, die Beigeordneter Andreas Ludwig mit dem Künstler Wu Weishan und dem chinesischen Generalkonsul in Frankfurt, Wang Shunqing, geführt hat: Die Gesamthöhe der Statue inklusive Sockel wird um 80 Zentimeter auf 5,50 Meter verringert. Der bisher favorisierte Standort am Simeonstiftplatz wird beibehalten. Hinsichtlich der Kostenverteilung sagt die Volksrepublik China zu, neben der Statue selbst und ihrem Transport nach Trier auch den Sockel einschließlich Sitzstufen sowie die Verankerung zu finanzieren. Die Stadt Trier übernimmt die Kosten für die Aufstellung, also für das Fundament und die Pflasterarbeiten.

Am 6. April 2017 spricht sich der Stadtrat mehrheitlich für die mit China vereinbarten Ausführungsdetails aus: Demnach wird die Bronzeskulptur inklusive Sockel mit einer Höhe von 5,50 Meter auf dem Simeonstiftplatz errichtet. Ebenfalls beschlossen wird, im Umfeld der Statue eine Infotafel zur historischen Bedeutung von Karl Marx aufzustellen.

Am 28. September 2017 fasst der Stadtrat mit großer Mehrheit den Baubeschluss für die Statue. Die Kosten für die Herstellung, den Transport und die Verankerung der Statue sowie für die Herstellung und Errichtung des Sockels trägt die Volksrepublik China. Der städtische Kostenanteil für Erdaushub, Bodenuntersuchung, Fundament, Pflasterbelag und Beleuchtung beläuft sich auf 39.000 Euro.

Im Herbst 2017 erfolgt die künstlerische Ausarbeitung der Statue durch Wu Weishan: Von der Aufbaukeramik aus Ton wird ein Gipsabdruck genommen, mit dem dann die Bronzefigur gegossen wird. Am 21. November 2017 besucht Baudezernent Andreas Ludwig den Bildhauer in seinem Atelier in Peking.

Nach einem Lufttransport aus Peking nach Frankfurt/Main trifft die fertige Karl-Marx-Statue am 6. März 2018 wohlbehalten in Trier ein.

Am 13. April 2018 wird die 2,3 Tonnen schwere Statue unter großem Medieninteresse mit einem Gabelstapler auf ihren Sockel am Simeonstiftplatz gehoben und verankert. Der im Kern betonierte Sockel wird noch mit Basaltblöcken verkleidet. Bis zur Einweihung am 5. Mai bleibt das Denkmal verhüllt.

Am 5. Mai 2018, dem 200. Marx-Geburtstag, wird die Bronzeskulptur vor zahlreichen Ehrengästen aus China und Deutschland und unter Mitwirkung des Künstlers Wu Weishan feierlich enthüllt.