Sprungmarken

Karl-Marx-Statue

Entwurf der Karl Marx-Statue von Wu Weishan als Tonabguss.
Entwurf der Karl Marx-Statue von Wu Weishan als Tonabguss.
Ein großes Geschenk für den großen Sohn der Stadt: Die Karl-Marx-Statue, die China der Stadt Trier als Geburtsstadt des Philosophen zum Jubiläumsjahr 2018 schenken möchte. Anfertigen wird das Kunstwerk der bekannte chinesische Bildhauer Wu Weishan.

Die künstlerische Idee

Nachdem der Stadtrat am 13. März 2017 der Annahme des Geschenks grundsäzlich zugestimmt hatte, einigten sich die Stadt Trier, Künstler Wu Weishan und die Volksrepublik China auf die Ausführungsdetails. Demnach wird die Bronzeskulptur inklusive Sockel eine Gesamthöhe von 5,50 Meter erreichen. Die Ecken des abgestuften Sockels zeigen in die Richtung der wichtigsten Wirkungsorte des Denkers. Stehen soll die Statue auf dem Simeonstifsplatz, direkt hinter dem Stadtmuseum und in Sichtweite des Wohnhauses der Familie Marx in der Simeonstraße. Der Figur blickt nach Südwesten und damit in Richtung des Geburtshauses von Karl Marx in der Brückenstraße.

Der Marx-Dummy

Wie wird die fertige Karl Marx-Statue aussehen? Wie wird sie sich mit ihrer Größe auf dem Simeonstiftplatz einfügen? Damit sich Triers Bürgerinnen und Bürger, der Stadtrat und der Künstler selbst ein Bild machen konnten, hatte die Stadt im März 2017 einen zweidimensionalen Holz-Dummy in Originalgröße aufgestellt. Zwei Tage lang lud er zum Anschauen und Diskutieren ein. Die Silhouette hatte eine Gesamthöhe von 6,30 Meter, inzwischen wurde die Höhe der Statue auf 5,50 Meter festgelegt.

 
Bildergalerie
  • Der Simeonstiftplatz mit dem Platzhalter der geplanten Marx-Statue.
  • Zahlreiche Medienvertreter sind zugegen, als OB Wolfram Leibe und Baudezernent Andreas Ludwig die Silhuette des geplanten Marx-Denkmals im Originalmaßstab präsentieren.
  • OB Wolfram Leibe und Baudezernent Ludwig mussten zahlreiche Interviews geben.
  • OB Leibe und Wu Weishan diskutieren die Wirkung im Stadtbild.
  • Blick auf den Marx-Dummy aus dem zweiten Stock des Hauses gegenüber des Simeonstiftplatzes.

Die Chronik – was bisher geschah

Im Februar 2015 bedankt sich der damalige Oberbürgermeister Klaus Jensen beim damaligen chinesischen Generalkonsul Liang Jianquan in Frankfurt schriftlich für das Angebot der Volksrepublik, der Stadt eine Skulptur zu schenken. Als Aufstellungsort schlägt OB Jensen einen Platz in der Nähe des Karl-Marx-Hauses vor.

Im Januar 2016 reisen das Staatsratsmitglied Chen Xueliang und der bildende Künstler Wu Weishan nach Trier, um sich zusammen mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe und Beigeordnetem Andreas Ludwig ein Bild vom möglichen Aufstellungsort zu machen. Wu Weishan sagt der vorgeschlagene Ort für die Statue nicht zu, weshalb er mit Andreas Ludwig einen Ersatzstandort sucht. Wu Weishan ist begeistert vom Simeonstiftplatz.

Im Dezember 2016 erhält die Stadt Trier von chinesischer Seite das Foto eines dreidimensionalen Entwurfs für die Karl-Marx-Statue. Sie soll nach Angabe Chinas insgesamt 6,30 Meter hoch werden (4,90 Meter die Statue, 1,40 Meter der Sockel).

Anfang rz 2017 stellt die Stadt Trier auf dem Simeonstiftplatz zwei Tage lang eine zweidimensionale Silhouette einer Marx-Figur in der Größe auf, die der Künstler angegeben hat.

Am 13. März 2017 beschließt der Stadtrat grundsätzlich die Annahme des Geschenks, mit der Einschränkung, dass Ort, Größe und Kostenübernahmen noch zu bestimmen sind. 42 Ratsmitglieder votieren mit Ja, sieben mit Nein und vier enthalten sich.

Am 16. März 2017 bestätigt der chinesische Botschafter in Berlin Shi Mingde in einem Telefonat mit OB Leibe, dass das Geschenk an Trier ein Geschenk der Freundschaft und Wertschätzung sei, das China der Stadt eigeninitiativ angeboten habe.

Am 29. März 2017 informiert das Presseamt der Stadt Trier über die Verhandlungen, die Beigeordneter Andreas Ludwig mit dem Künstler Wu Weishan und dem chinesischen Generalkonsul in Frankfurt, Wang Shunqing, geführt hat: Die Gesamthöhe der Statue inklusive Sockel wird um 80 Zentimeter auf 5,50 Meter verringert. Der bisher favorisierte Standort am Simeonstiftplatz wird beibehalten. Hinsichtlich der Kostenverteilung sagt die Volksrepublik China zu, neben der Statue selbst und ihrem Transport nach Trier auch den Sockel einschließlich Sitzstufen sowie die Verankerung zu finanzieren. Die Stadt Trier übernimmt die Kosten für die Aufstellung, also für das Fundament und die Pflasterarbeiten.

Am 6. April 2017 spricht sich der Stadtrat mehrheitlich für die mit China vereinbarten Ausführungsdetails aus: Demnach wird die Bronzeskulptur inklusive Sockel mit einer Höhe von 5,50 Meter auf dem Simeonstiftplatz errichtet. Ebenfalls beschlossen wird, im Umfeld der Statue eine Infotafel zur historischen Bedeutung von Karl Marx aufzustellen.

Am 28. September 2017 fasst der Stadtrat mit großer Mehrheit den Baubeschluss für die Statue. Die Kosten für die Herstellung, den Transport und die Verankerung der Staute sowie für die Herstellung und Errichtung des Sockels trägt die Volksrepublik China. Der städtische Kostenanteil für Erdaushub, Bodenuntersuchung, Fundament, Pflasterbelag und Beleuchtung beläuft sich auf 39.000 Euro.