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26.09.2015 | Illuminale Trier 2015

Der Nells Park tanzt im Licht

Am 26.09.2015 erleuchtet die Illuminale den Nells Park von 20-24 Uhr.
Am 26.09.2015 erleuchtet die Illuminale den Nells Park von 20-24 Uhr.

Von Rosen, Helden und Legenden: Die 5. Illuminale beleuchtet die Geschichte und die Moderne des Nells Park. Brücken bauen, Vielfältigkeit zeigen und die Dunkelheit zum Leuchten bringen: Viele Aktionen der diesjährigen Illuminale kann man auch symbolisch verstehen.

Tatsächlich will das beliebte Lichtergartenfest am Samsta, 26. September 2015, von 20 bis 24 Uhr Zeichen setzen und ein leuchtendes Beispiel trierischer Willkommenskultur für die Bewohner der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) sein. Doch darüber hinaus sind zahlreiche Programmpunkte geplant, die die reiche Geschichte Triers und des Gartenareals in Szene setzen.

Als der Kanoniker Nikolaus Nell vor gut 200 Jahren die sumpfigen Gebiete nördlich der Stadt kaufte und trockenlegte, um sich seinen Traum vom englischen Landschaftsgarten zu erfüllen, konnte er nicht ahnen, dass sein Nells Park einmal Triers größtes innerstädtisches Gartenareal sein und noch immer dem Zweck dienen würde, den der Gründungsvater ihm einst zugedacht hat: eine Erholungsoase inmitten der Stadt zu sein. Rund 95.000 Quadratmeter ist er groß – eine gewaltige Fläche also, die die Illuminale am Samstag, 26. September bespielen will. „Der Nells Park atmet Geschichte an allen Ecken und Enden“, freut sich Kulturdezernent Thomas Egger auf die Illuminale. „Dem mussten wir bei unseren Planungen natürlich Rechnung tragen.“

Getreu dem Kultursommer-Motto „Helden und Legenden“ werden unter anderem Trierer Originale durch den Garten flanieren und Geschichte zum Anfassen bieten. Auf die Besucher warten neben Kaiser Nero auch die Helden der Trierer Kostümführungen: Kaiserin Helena und Adelheid von Besselich, ein preußischer Offizier und ein gesangsfreudiger Nachtwächter. Auch Franz Weißebach sowie Jenny Marx und ihr Mann werden abseits von London die gute Luft der alten Heimat atmen – letzterer auch mit dem ein oder anderen revolutionären Lied im Gepäck.

Revolutionär war auch das Jahr 1981: Nach einigen Erweiterungen und einer ersten Dahlienzucht nach dem 2. Weltkrieg wurde im Nells Park der „Königin der Blumen“, der Rose, zu ihrem Recht verholfen. Einige renommierte Züchtungen kamen dabei von der Mosel: Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Trierer Rosenzüchter Peter Lambert nicht nur mit der cremeweißen Züchtung „Kaiserin Auguste Viktoria“ international Aufsehen erregt, sondern mit der gelblich weißen Trier-Rose auch die erste öfterblühende Strauchrose hervorgebracht. Für diese und weitere knapp 500 Rosenarten wurden über 3000 Kubikmeter Lehmboden vom Petrisberg ins Tal gekarrt. Bei der Illuminale werden die Rosenfreunde Trier ein „Rosenerlebnis mit allen Sinnen“ anbieten: Bei ihnen gibt es nicht nur alles Wissenswerte rund um Peter Lambert und seinen Stammbaumgarten, sondern auch kulinarische Genüsse rund um das Liebesgewächs.

Über das Historische hinaus will die Illuminale auch die Jetztzeit des Parks beleuchten: So hat Theaterpädagogin Elke Reiter mit den Kindern der AfA einen Walking Act mit selbst gebastelten, illuminierten Stabpuppen vorbereitet, das Fotografen-Duo von „TriLuminArt“ wird Fotokunstwerke in die Natur projizieren, und selbst eine Brücke über den Teich wird durch Licht wieder aufgebaut. Auch die beiden Lichtkünstler von „Notagolem“ werden wieder zu Gast sein. In diesem Jahr präsentieren sie ihr an Hermann Hesses „Steppenwolf“ angelehntes Projekt „(_wölfe_)“, bei dem Besucher über eine Computerkonsole Buchstaben auf die umliegenden Bäume projizieren und so Nachrichten übermitteln können. Marco Piecuch rückt hingegen seine für ihn bekannten Portraits ins richtige Licht. In 1,5mx1,0m großen Leuchtkästen werden jeweils fünf Fotos dargestellt. Dazu kann man via QR-Code den dazu passenden Soundtrack sofort herunterladen und anhören.

Auch tänzerisch wird Einiges geboten. Tänzer aus Syrien, Palästina und Trier treten, begleitet von einem OUD-Spieler, als Ensemble für orientalische Folklore auf. Mit Lichtschläuchen behangen schaffen die Tänzerinnen und Tänzer der „Noblet Dance Company“ tanzende Lichtillusionen. Und mit den Bands „Janitz“ aus Trier und „Hello Piedpiper“ aus Köln können die Besucher unter einem Himmel aus Lampions, die zum Beat der Musik leuchten, selbst dem Rhythmus nachspüren.

Alle kleinen Besucher haben die Möglichkeit, am Stand des Konfuzius- Instituts Lotusblüten zu basteln und sie als Lichter der Hoffnung auf dem See schwimmen zu lassen. Auch die Erwachsenen können bei der Aktion „Herz-licht willkommen“ leuchtende Seerosen aussetzen und so ein Symbol der Toleranz und Offenheit für Flüchtlinge setzen. „Die Illuminale wollte schon immer ein Fest von Trierern für Trierer sein“, so Thomas Egger, „und Trierer sind für uns all die Menschen, die hier leben – egal wie lange. Deshalb freue ich mich über das Zeichen des Willkommens, das wir am Abend des 26. September setzen werden.“

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