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21.11.2013

Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft in der Großregion geplant

Beigeordneter Thomas Egger mit Vertretern der Best Practice Beispiele Magalie Meyer, Tamay Zieske, Soenke Zehle, Tania Brugnoni, David Moreira und Moderator Johannes Tomm.
Beigeordneter Thomas Egger mit Vertretern der Best Practice Beispiele Magalie Meyer, Tamay Zieske, Soenke Zehle, Tania Brugnoni, David Moreira und Moderator Johannes Tomm.
Der Verein Kulturraum Großregion, in dem sich die Kulturverwaltungen von Lothringen, Luxemburg, Saarland, Rheinland-Pfalz und in der Wallonie zusammengeschlossen haben, möchte im Bereich Kultur- und Kreativwirtschaft zusammenarbeiten. Auf Einladung von Thomas Egger, Präsident des Vereins Kulturraum Großregion und Beigeordneter der Stadt Trier kamen am Mittwoch, 20. November, im Kultur- und Kommunikationszentrum Tufa Trier, zum ersten Mal Vertreter aus den Kultur- und Wirtschaftsministerien sowie Best-Practice Beispiele aus allen Regionen der Großregion zusammen.

Die Teilnehmer sahen ein großes Potential und mögliche Felder der Zusammenarbeit, vor allem in der Ausweitung regionaler Angebote zur Vernetzung und Sichtbarmachung der Branche. Als Beispiel wurde der Filmbereich genannt: die Fördermöglichkeiten in den verschiedenen Regionen und die kurzen Wege in der Großregion könnten attraktive Bedingungen für grenzüberschreitende Produktionen bieten. Ebenso wurde ein gemeinsames Export-Büro für Künstler der Großregion als mögliches Ziel einer Zusammenarbeit genannt. Betont wurde auch die Bedeutung der Kooperation der Hochschulen, die vor allem im Bereich Design bereits jetzt zwischen Trier und Saarbrücken erfolgreich zusammenarbeiten.

Das rheinland-pfälzische Kulturministerium und die Stadt Trier haben das Thema „Kultur- und Kreativwirtschaft“ zum Schwerpunkt ihrer Präsidentschaft im Verein Kulturraum Großregion gewählt, da diese durch die Schnittstellenposition zwischen Kunst, Wirtschaft und Technologie für viele Branchen wichtige Impulse leistet. Nach Auffassung der Teilnehmer könnte der Verein Kulturraum Großregion zur grenzüberschreitenden Plattform zur Vernetzung der Kreativen und Kulturschaffenden in der Großregion weiterentwickelt werden.

Geleitet wurde die Veranstaltung von Johannes Tomm vom u-institut Bremen, der aus den positiven Erfahrungen im  grenzüberschreitenden Projekt Creativ Drive der Euregio Maas-Rhein berichtete. Stephanie Hock , Regionale Ansprechpartnerin vom Kompetenzzentrum Kultur- & Kreativwirtschaft des Bundes für Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland führte in die Thematik ein.

Tamay Vincent ZIESKE stellte das Kreativzentrum Saar vor, das Kultur- und Kreativschaffende seit September 2012 berät, vernetzt und ihnen dabei hilft, den richtigen Weg für ihre Geschäftsidee, ihre Gründung und ihr Unternehmen zu finden. Das Angebot stützt sich dabei auf die zwei Säulen Beratung und Vernetzung, die durch eine Vielzahl von Veranstaltungen und Workshops ergänzt werden.

Tania Brugnoni  präsentierte das von der Stadt Differdange getragene Projekt 1535⁰C, bei dem ein Areal von Arcelor Mittal für 30 Jahre gemietet und 16.000 m2 als Fläche für Co-Workingspaces, Büroräume und Künstlerateliers zu günstigen Konditionen an Kreativ- und Kulturschaffende vermietet werden. Die Tageszeitung L’Essentiel wird als erster Mieter die alte Schreinerei als Redaktionsräume beziehen. Gemeinsam genutzte Räume, Veranstaltungsflächen und ein tageweise vermietetes Fotostudio sollen zum Austausch anregen. Zahlreiche Anfragen für Räume kommen aus dem benachbarten Lothringen.

David Moreira stellt das luxemburgische Export Büro music::lx vor, das Musik aus dem Großherzogtum weltweit in der Verbreitung unterstützt . Finanziert vom luxemburgischen Kulturministerium und der SACEM leistet music::lx einen wichtigen Beitrag zur Vermarktung luxemburgischer Gruppen im Ausland.  2013 wurden 800 Konzerte gefördert, eine beachtliche Präsenz auf Festivals und Messen erreicht (Eurosonic, MaMA, Waves, Reeperbahn-Festival etc.) und viele luxemburgische Musiker dazu motiviert, sich im Ausland zu präsentieren.

Soenke Zehle stellte das 2012 als xm:lab - Experimental Media Lab etablierte Institut der Hochschule der Bildenden Künste Saar vor, das studiengangs- und hochschulübergreifende Projekte initiiert, um neue Lehrformen und Lerninhalte zwischen Kunst und Technik zu erschließen und dann bei Erfolg und Interesse der Beteiligten ihre Verankerung im Lehr-Lern-Geschehen der Hochschule zu unterstützen (Beispiele: Technologies of Play/Game Design & Transmedia Storytelling, Comics/Graphic Novel, Digital Fabrication/Generative Gestaltung). Darüber hinaus begleitet es künstlerisch-wissenschaftliche Professionalisierungsmaßnahmen (Existenzgründung, Weiterbildungsangebote) und entwickelt und koordiniert internationale Kooperationsprojekte (Workshops, Ausstellungen, Technologientwicklung) mit einer Vielzahl von Einrichtungen aus Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft.

Frank Thinnes erläuterte Plurio.net,  Kulturportal und Aggregator kultureller Inhalte der Großregion. Seit 2007 sammelt und publiziert Plurio.net kulturelle Inhalte über seine Webseite (www.plurio.net) und in zahlreichen Contentpartnerschaften. Über 80.000 Veranstaltungen und über 10.000 Adressinformationen werden jährlich publiziert. Die Inhalte werden mit einem UGC Ansatz erhoben. Über 3.400 Kulturakteure der Großregion sind mittlerweile eingeschrieben. Die Inhalte können über XML Schnittstellen, API oder RSS Feeds bezogen werden. Die Nutzungsrechte sind geklärt. Seit 2012 kooperiert Plurio.net auf europäischer Ebene als „best practice“ mit den Projekten Europeana Awareness und Europeana Creative, die eine bessere Nutzung kultureller Inhalte im Tourismusbereich und die Zusammenarbeit mit der Kreativwirtschaft verfolgen.

Magalie Meyer  stellte das Projekt Creative Wallonia vor, das Kreativität und Innovation in der Lehre und in der Gesellschaft fördert, z.B. mit der Semaine de la Créativité, die eine Woche lang mit Veranstaltungen die Öffentlickeit für Kreativität und Innovation sensibilisieren möchte und im letzten Jahr 10.000 Besucher erreichte. Zudem beinhaltet das Projekt die Vernetzung, Professionalisierung und das Coaching von Kreativen und von Unternehmen. Schließlich wird die Vermarktung innovativer Ideen und Produkte gefördert.

Kontext:

Kultur- und Kreativwirtschaft:

„Unter Kultur- und Kreativwirtschaft werden diejenigen Kultur- und Kreativunternehmen erfasst, welche überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert sind und sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen/kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen.“

(Quelle: Forschungsgutachten Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung 2009)

Kulturraum Großregion

Die Kulturverwaltungen in Luxemburg, Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Lothringen und in der Wallonie arbeiten seit dem Kulturhauptstadtjahr 2007 in einem grenzüberschreitenden Verein zusammen. Mit dieser paritätischen Struktur intensivieren sie die interregionale kulturelle Zusammenarbeit besonders in den Bereichen Kommunikation, Verwaltungsvereinfachung, Information und Netzwerkarbeit und ermöglichen es, gemeinsame kulturpolitische Strategien zu entwickeln. Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite www.kulturraumgr.eu.

2013 hat die Stadt Trier zusammen mit dem Kulturministerium Rheinland-Pfalz für zwei Jahre die Präsidentschaft im Kulturraum Großregion übernommen und sich das Ziel gesetzt, die Idee eines gemeinsamen Kulturraums verstärkt in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

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