Sprungmarken
09.05.2014

Umsätze und Beschäftigung im Mittelstand steigen

Der mittelständischen Wirtschaft geht es gut. Laut der aktuellen Konjunkturumfrage von Creditreform ist vor allem die Bauwirtschaft mit der aktuellen Geschäftslage sehr zufrieden. Die Unternehmen profitierten vom milden Winterwetter.

Gut die Hälfte der befragten Unternehmen (57,4 Prozent) berichtete von einer guten oder sehr guten Geschäftslage. Im Vorjahr hatten sich 50,4 Prozent positiv geäußert. Insbesondere die Bauwirtschaft bezeichnete ihre Geschäftslage oft mit „sehr gut" bzw. „gut" (66,8 Prozent). Deutlich erholt hat sich das Verarbeitende Gewerbe.

Auch bei den Auftragseingängen und Umsätzen der Mittelständler gibt es einen Aufwärtstrend. 26,8 Prozent der Unternehmen berichteten von steigenden Auftragseingängen (Vorjahr: 23,2 Prozent) und nur jeder sechste Mittelständler (16 Prozent; Vorjahr: 23,1 Prozent) musste weniger Aufträge verbuchen.

Umsatzgewinne

Anders als im Frühjahr 2013 überwiegt diesmal die Zahl der Unternehmen, die Umsatzzugewinne erzielen konnten. Jeder vierte Befragte meldete ein Umsatzplus – 21 Prozent der Mittelständler mussten Umsätze abgeben. Vor einem Jahr war dieses Verhältnis noch umgekehrt. Damals hatten 21 Prozent der Befragten Umsatzsteigerungen erzielt und 26,8 Prozent mussten einen Rückgang melden. Vor allem im Handel lief es besser als vor Jahresfrist und das Baugewerbe profitierte vom milden Winterwetter.

Personalbedarf steigt

Im Mittelstand steigt der Personalbedarf: 22,5 Prozent der befragten Unternehmen haben die Belegschaft in den vergangenen Monaten aufgestockt. In der Vorjahresumfrage hatten das 19,9 Prozent ausgesagt. Personal abbauen musste jedes achte Unternehmen (12,4 Prozent), nachdem im Vorjahr noch jedes sechste (16,9 Prozent) betroffen war. Die Mehrzahl der Unternehmen stellte zwar Vollzeitkräfte ein, aber sogenannte Minijobs waren im Mittelstand gefragter als im Vorjahr. 

Gute Aussichten: Investitionsneigung steigt

In ihren Konjunkturprognosen zeigen sich die mittelständischen Unternehmen zuversichtlich. Mit steigenden Umsätzen rechnen 37,8 Prozent der Befragten; ein etwas höherer Wert als im Vorjahr (35,6 Prozent). Nur eine Minderheit (5,9 Prozent) ist in Bezug auf die weitere Umsatzentwicklung pessimistisch. Verarbeitendes Gewerbe und Baugewerbe sind nach der Konjunkturdelle im Frühjahr 2013 deutlich zuversichtlicher geworden, während sich die Äußerungen im Handel und im Dienstleistungssektor nicht wesentlich vom Vorjahr unterscheiden, aber weiterhin optimistisch sind.

Die Einstellungsbereitschaft des Mittelstandes ist hoch, aber nicht weiter gewachsen. Wie vor Jahresfrist will knapp ein Viertel der Befragten (23,9 Prozent; Vorjahr: 24,4 Prozent) den Personalbestand aufstocken. Die Mitarbeiterzahl verkleinern wollen 5,0 Prozent der Befragten (Vorjahr: 6,7 Prozent). Der zunehmende Fachkräftemangel sowie die dadurch erhöhte Konkurrenz mit Industrie und öffentlichem Dienst könnte das Beschäftigungswunder im Mittelstand bremsen. Insgesamt sind die Personalplanungen in allen Bereichen und Größenklassen expansiv. Im Vergleich zum Vorjahr ist aber nur im Verarbeitenden Gewerbe und im Handel die Einstellungsbereitschaft gestiegen.

52 Prozent der Befragten haben angekündigt, investieren zu wollen. Dabei stehen in der Mehrzahl Erweiterungsinvestitionen an. Zur gestiegenen Investitionsbereitschaft hat wesentlich der Handel beigetragen. Im Verarbeitenden Gewerbe sowie im Baugewerbe ist die Zahl der investitionsbereiten Unternehmen leicht gesunken. Viele Unternehmen weisen ein höheres Investitionsbudget auf als im Vorjahr. Knapp vier von zehn Unternehmen finanzieren ihre Investitionen überwiegend mit Fremdkapital.

Ertragslage und Zahlungsmoral gut, Eigenkapital knapper

Die Ertragslage der mittelständischen Unternehmen hat sich zuletzt leicht gebessert. Knapp ein Fünftel der Befragten (19,2 Prozent) berichtete von höheren Erträgen. Vor einem Jahr traf das lediglich auf jedes sechste Unternehmen zu (16,9 Prozent). Dabei ist der Handel nicht mehr das große Sorgenkind.

Mehr Unternehmen als im Vorjahr weisen eine zu geringe Eigenkapitalquote von unter zehn Prozent auf (31,3 statt 28,3 Prozent). Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der Unternehmen, die eine hohe Eigenkapitalquote von mehr als 30 Prozent besitzen. Damit wurden die deutlichen Verbesserungen der Eigenkapitalsituation aus dem Vorjahr wieder korrigiert. Grund könnte sein, dass viele Betriebe ihre Investitionen aufgrund der günstigen Kreditzinsen stärker als bisher fremdfinanziert haben.

Das Zahlungsverhalten der Kunden wird von den Mittelständlern als weitgehend gut beschrieben. Die Mehrzahl der Unternehmen (bei privaten und gewerblichen Kunden: 88,5 Prozent; bei öffentlichen Kunden: 75,6 Prozent) erhält das Geld für eine erbrachte Leistung spätestens nach 30 Tagen. Von 10,7 auf 11,2 Prozent leicht zugenommen hat aber der Anteil der Betriebe, die von höheren Forderungsausfällen betroffen waren.

Archiv

Pressemitteilungen nach Zeitraum filternZeige Artikel von


bis