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26.03.2019

Parkplatz an der Hangkante

Der geplante Parkplatz am Rand des Wissenschaftsparks schmiegt sich an die renovierten Kasernengebäude an, die zusammen die halbkreisförmige „Krone Belvedère“ bilden.
Der geplante Parkplatz am Rand des Wissenschaftsparks schmiegt sich an die renovierten Kasernengebäude an, die zusammen die halbkreisförmige „Krone Belvedère“ bilden. Die Visualisierung zeigt die maximale im Bebauungsplan ausgewiesene Fläche mit 192 Stellplätzen. Abbildung: Stadtplanungsamt

Im Wissenschaftspark auf dem Petrisberg machen sich Beschäftigte, Kunden und Patienten die wenigen öffentlichen Parkplätze streitig, zum Teil herrschen chaotische Zustände am Straßenrand. Für den Bau eines neuen Parkplatzes für das Gewerbegebiet mit maximal 192 Stellplätzen hat der Stadtrat jetzt die Bauleitplanung auf den Weg gebracht.

Der Wissenschaftspark mit seinen 1300 Arbeitsplätzen ist seit 2016 während der Vorlesungszeit der benachbarten Universität im 15-Minuten-Takt mit dem Stadtbus erreichbar, doch diese verbesserte Anbindung hat die Verkehrssituation noch nicht spürbar entschärft. Zumal die Patienten der Augenklinik und der großen orthopädischen Praxis aus einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern kommen und häufig auf einen individuellen Transport angewiesen sind.

Im Bebauungsplan „Stellplatzanlage Wissenschaftspark Petrisberg", dessen Aufstellung und Offenlegung der Stadtrat mit 40 Ja- gegen 12 Nein- Stimmen beschlossen hat, werden außer dem Standort auf einer Ackerfläche im Umfeld der renovierten Kasernengebäude noch keine Gestaltungsdetails für den Parkplatz festgelegt. OB Wolfram Leibe nannte im Stadtrat dennoch einige Eckpunkte: Die Fläche solle nicht komplett versiegelt, sondern möglichst naturnah gestaltet werden, damit der Parkplatz auch wieder zurückgebaut werden kann. „Es war auch schon mal eine vierstöckige Garage im Gespräch, das ist jetzt vom Tisch", betonte Leibe.

Möglich ist ein zweistufiger Ausbau der Anlage mit zunächst 96 und später maximal 192 Stellplätzen. An der Finanzierung soll sich die EGP GmbH als größter Immobilieninvestor im Wissenschaftspark beteiligen. Nach der Eröffnung des neuen Parkplatzes sollen für die Benutzung der übrigen öffentlichen Stellplätze Gebühren erhoben werden.

Neben dem Bebauungsplan ist für den Bau der Stellplatzanlage auch eine Änderung des Flächennutzungsplans erforderlich. Da der Standort in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, muss die Stadt außerdem bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord eine Zielabweichung vom regionalen Raumordnungsplan beantragen.

Stimmen der Fraktionen

Im Stadtrat stimmten CDU, SPD, UBT, FDP und AfD für die Vorlage, Grüne und Linke lehnten sie ab. In der Debatte hatten die Befürworter auf die aktuell unhaltbare Parkplatzsituation hingewiesen, die dringend einer Lösung bedürfe. Sven Teuber (SPD) sprach sich dafür aus, den Mitarbeitern der Firmen im Wissenschaftspark ein Nutzungsvorrecht einzuräumen. Sonst bestehe die Gefahr, dass durch das erweiterte Parkplatzangebot noch mehr Individualverkehr erzeugt werde.

Thorsten Kretzer (Bündnis 90/Die Grünen) kritisierte, dass Alternativvorschläge nicht berücksichtigt worden seien. So könne man zum Beispiel den bestehenden Parkplatz am Turm Luxemburg nutzen und von dort aus einen Busshuttle zum Wissenschaftspark anbieten. Nicht nur wegen des Flächenverbrauchs, sondern auch aus städtebaulicher Sicht sei die neue Stellplatzanlage abzulehnen: „Die Hangkante mit den markanten Kasernengebäuden wird zerfasert."

Ralph Kießling