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02.05.2018

Triers größter Arbeitgeber

Zum ersten Mal seit längerer Zeit war eine große Delegation des Stadtrats zusammen mit dem Stadtvorstand auf Initiative des Wirtschaftsdezernenten wieder bei einem heimischen Unternehmen zu Gast, um sich vor Ort über die aktuelle Situation zu informieren. Das Klinikum Mutterhaus ist mit fast 2600 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber der Stadt.Der Geschäftsführer Jörg Mehr benannte zwei große Herausforderungen für das Klinikum.

Neben der Digitalisierung beispielsweise mit der Einführung der elektronischen Patientenakte macht sich auch in der Gesundheitswirtschaft der Fachkräftemangel immer deutlicher bemerkbar. Mehr erläuterte: „Die Situation ist schwieriger als noch vor zwei oder drei Jahren. Um qualifizierte Mitarbeiter nach Trier zu bekommen und hier zu halten, ist ein hochwertiges Umfeld auch in der Stadt sehr wichtig.Zudem müssen flankierende Maßnahmen erfolgen, unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“Hinzu kommt, dass vereinzelt ausgebildete Fachkräfte wegen der besseren Bezahlung nach Luxemburg wechseln. Mehr berichtete den Ratsmitgliedern sowie OB Wolfram Leibe und den Beigeordneten Thomas Schmitt und Andreas Ludwig, dass um etwa 1000 Euro höhere Nettolöhne keine Seltenheit seien.

Die Mitarbeiterzahl ist durch die Übernahme des früheren Elisabeth-Krankenhauses (heute Klinikum Mutterhaus Nord) und des Ehranger Marienkrankenhauses (heute Klinikum Mutterhaus Ehrang) zum Jahresbeginn 2016 deutlich gestiegen und an allen drei Standorten weiter ausgebaut worden. Seit der Übernahme wurden erhebliche Investitionen getätigt. Allein für das Klinikum Mutterhaus Nord nannte Mehr einen Betrag von rund vier Millionen Euro. Die wirtschaftlichen Synergieeffekte hätten sich vor allem durch die Zusammenlegung von patientenfernen Bereichen, wie etwa die Materialbeschaffung, die Zenntralisierung der Sterilgutaufbereitung und in den administrativen Bereichen, ergeben.

Mit der Integration des Ehranger Klinikums kam Anfang 2016 eine zweite Geburtsstation in den Klinikverbund. Damals arbeitete die Gynäkologie an der Kapazitätsgrenze. Im Klinikum Mutterhaus Mitte wurde 2016 mit 1762 Geburten eine neue Höchstzahl registriert. Ursache war insbesondere die Schließung zahlreicher Geburtskliniken der Region. Seit 2013 wurden die Abteilungen in Saarburg, Gerolstein, Hermeskeil, Zell/Traben-Trarbach, Birkenfeld sowie im früheren Elisabeth-Krankenhaus geschlossen.

Mehr ging bei diesem Thema auf mehrere Nachfragen der Ratsmitglieder ein und erläuterte unter anderem, dass im Klinikum Mutterhaus Mitte die Zahl der Kaiserschnitte etwa bei 40 Prozent der Geburten liege. Diese auf den ersten Blick relativ hohe Zahl hänge damit zusammen, dass die Klinik ein Zentrum zur Versorgung von Frühgeborenen hat. Bei Risikoschwangerschaften ist die Zahl der Kaiserschnitte aus Sicherheitsgründen recht hoch. Insgesamt bewege sich die Gynäkologie im Klinikum Mutterhaus Mitte mit seinem Anteil der Kaiserschnitte auf einem vergleichbaren Level mit anderen Perinatalzentren.

Nach dem Einleitungsvortrag des Geschäftsführers konnten sich die Gäste in einer Führung von der Leistungsfähigkeit und der hochmodernen Ausrüstung der Klinik überzeugen. Allein in den Jahren 2017/18 werden mehr als acht Millionen Euro in die Ausstattung investiert. Außerdem stehen verschiedene Bauprojekte an. So braucht die Kinder- und Jugendpsychiatrie wegen der stark gestiegenen Fallzahlen einen Erweiterungsbau. Mehr bedankte sich ausdrücklich bei OB Leibe, ohne dessen Unterstützung der Neubau in der Krahnenstraße nicht möglich wäre. Das Klinikum Mutterhaus Mitte hat bei seinen Bauprojekten, darunter auch neue Parkplätze für Mitarbeiter und Besucher, immer wieder mit der Flächenknappheit an seinen Innenstadtstandorten zu kämpfen. Der Klinikverbund hat derzeit 1006 vollstationäre Betten. Pro Jahr werden rund 42.000 Personen stationär und etwa 90.000 ambulant behandelt.

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