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28.01.2016 | Mariahof

Soziales Wohnen am Hofgut

Baudezernent Andreas Ludwig erklärte auf der Bürgerveranstaltung die Pläne der Stadt für Mariahof.
Baudezernent Andreas Ludwig erklärte auf der Bürgerveranstaltung die Pläne der Stadt für Mariahof.

Am Ortseingang von Mariahof könnten auf dem Grundstück zwischen Hofgut und bestehender Wohnbebauung Mehrfamilienhäuser im sozialen Wohnungsbau entstehen, in denen zunächst vor allem Flüchtlinge untergebracht werden. Dieses Vorhaben stellte die Stadt rund 200 Besuchern bei einer Bürgerveranstaltung im Pfarrheim St. Michael vor.

Der Platz östlich des Hofguts Mariahof, der momentan als Wanderparkplatz genutzt wird, ist 3000 Quadratmeter groß. Bei einer lockeren Bebauung mit viel Grün und Parkplätzen könnte die Stadt hier drei zwei- bis dreigeschossige Wohngebäude mit insgesamt 33 bis maximal 40 Wohnungen bauen. Diese würden zunächst vor allem an Asylbewerber und Flüchtlinge vergeben. Dies teilten Bürgermeisterin Angelika Birk und Baudezernent Andreas Ludwig auf einer Bürgerinformationsveranstaltung im Stadtteil mit.

„Wir informieren Sie heute über einige Details sogar noch vor dem Stadtvorstand“, erklärte Sozialdezernentin Birk. Die vorgestellten Pläne seien Teil einer Grundsatzvorlage zur Schaffung von Wohnraum für soziale Zwecke, die jetzt in die verschiedenen städtischen Gremien eingebracht werde. Am 2. Februar entscheide der Stadtrat über das Vorhaben. Bereits im Anschluss an die Bürgerversammlung tagte der Ortsbeirat Mariahof, der der Vorlage mit neun Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und einer Nein-Stimme zustimmte.

Birk erläuterte, dass der Stadt jede Woche zwischen 30 und 50 Flüchtlinge zugewiesen werden, für die sie ein Dach über dem Kopf organisieren müsse. Das sei eine Pflichtaufgabe der Stadt, der sie versuche, so sozialverträglich wie möglich nachzukommen. Baudezernent Ludwig ergänzte, die Stadt nutze verschiedene Unterbringungsmöglichkeiten: angemietete Wohnungen, größere Unterkünfte wie die Jägerkaserne und Neubauten. Auf keinen Fall wolle man Turnhallen oder die Messehalle schließen und als Unterkunft nutzen, denn dies sei sowohl für die Flüchtlinge als auch die Trierer die schlechteste Lösung.

Für die Errichtung der Neubauten möchte die Stadt einen Förderantrag beim Land Rheinland-Pfalz stellen, das ein entsprechendes Pilotprojekt anbietet. Vorgesehen sind Wohnungen mit flexiblen Grundrissen, die später leicht wieder modifiziert werden können, um sie anderen sozialen Zwecken zuzuführen. Auch wenn zunächst die Unterbringung von Flüchtlingen Priorität hat, könnten so in späteren Jahren durch relativ leichte Umbauten andere Bevölkerungsgruppen in den Genuss von Wohnungen kommen, die an ihre Bedürfnisse angepasst sind.

Um zu zeigen, wie sich die neuen Gebäude in das Ortsbild einfügen könnten, projizierte Stadtplaner Stefan Leist verschiedene Bebauungsvorschläge an die Wand (siehe "Machbarkeitsstudie Mariahof - Entwürfe" rechts unter Downloads), die das Architekturbüro werk.um in einer Machbarkeitsstudie erarbeitet hat und die noch weitere Veränderungen erfahren werden. „Wir sehen den Platz als eine Baulücke an“, erläuterte Ludwig die rechtliche Lage. Das Baugesetzbuch erlaube es im Falle eines solchen „unbeplanten Innenbereichs“ zwischen zwei Baugebieten Häuser zu errichten, die an die sie umgebende Bebauung angepasst sind. Parkplätze für Wanderer sollten weiterhin in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

Stimmen, dass die Flüchtlinge besser in anderen Stadtteilen wohnen sollten, begegnete Birk mit dem Hinweis, dass man im gesamten Stadtgebiet Flüchtlinge unterbringe. In Ehrang lebten beispielsweise schon jetzt mehr Asylbegehrende in Wohnungen, als in den geplanten Neubauten in Mariahof Platz finden würden. Einige Anwesende kritisierten mit Blick auf die schwierige Sozialstruktur des Stadtteils eine weitere Ansiedlung von sozialem Wohnungsbau. Birk erwiderte, dies habe man abgewogen und halte die Ansiedlung nicht für problematisch, auch vor dem Hintergrund, dass in Mariahof ein Generationenwechsel bevorstehe. Die Sozialdezernentin versprach, die Platzsituation der Grundschule und der Kita auch im Hinblick auf Neuansiedlungen zu berücksichtigen.

Verschiedene Mariahofer beklagten den Zustand der Sozialwohnungen im Stadtteil, die dringend renovierungsbedürftig seien. Gabi Schmitt, Abteilungsleiterin des Fachbereichs Wohnungen, erläuterte dazu, dass die Planungen für eine Renovierung inzwischen weit fortgeschritten seien, um beispielsweise neue Fenster und Rollläden einzusetzen und die Fassaden zu streichen. Ein Grundsatzbeschluss solle im März in den Stadtrat eingebracht werden. Bis 2018 sollten die Arbeiten in Mariahof abgeschossen sein.

 
Bildergalerie
  • Stadtplaner Stefan Leist, Baudezernent Andreas Ludwig, Bürgermeisterin Angelika Birk und der Leiter des Amts für Soziales und Wohnen Hans-Werner Meyer (v.l.)
  • Viele Mariahofer nutzen die Gelegenheiten, Fragen zu dem Bauvorhaben zu stellen.