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01.05.2018

Vielstimmiges Ensemble

Hörbank des Projekts Marx-Container im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium.
Die erste Hörbank des Projekts Marx-Container steht bis Mitte Mai in der Aula des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums.
Experiment geglückt: Zehn Monate war der Marx-Container in den Quattropole-Städten Trier, Metz, Luxemburg und Saarbrücken unterwegs, um Stimmen zu Karl Marx zu sammeln. Rund 50 Stunden Rohmaterial kamen dabei zusammen. Untermalt von den Geräuschen verschiedener Alltagsgegenstände und dem Surren eines historischen Webstuhls hat das Klangensemble „Liquid Penguin" da-raus jetzt eine 56-minütige Collage geschaffen.

Ausgezahlt hat sich somit, dass die Hürde fürs Mitmachen sehr niedrig war: In dem mobilen Studio, das unter anderem im Foyer des Palais Walderdorff installiert war, konnten die Teilnehmer durch Händeklatschen die Tonaufnahme eigenständig in Gang setzen und sich bei ihren Statements an vorgegebenen Themen orientieren. Die Teilnehmer wurden gefragt, was sie mit Karl Marx verbinden, aber auch was ihnen an der heutigen Gesellschaft gefällt und was nicht, was ihnen Bezahlung bedeutet und was sie wert sind.

Katharina Bihler von „Liquid Penguin" berichtet von der Erfahrung, den vielstündigen Datenwust zu ordnen: „Die Stimmen sind mir im Lauf der Zeit ans Herz gewachsen. Sie setzen beim Hören etwas in Gang und regen zum Nachdenken an." Wie waren die Meinungen zu Marx? Bihler: „Die Mehrheit findet seine Ideen richtig. Vielfach wird auch auf die Aktualität seiner Lehre hingewiesen, die in die heutige Zeit fortgeführt werden sollte. Es gab nur sehr wenige Stimmen, die Marx komplett verdammt haben."

Das Ergebnis des vom Städtenetz Quattropole finanzierten Projekts kann im Lauf des Jubiläumsjahrs nun auch wieder in den vier Städten besichtigt oder vielmehr abgehört werden: Zwei Hörstationen mit Sitzbank und zwei Kopfhörern finden sich während der Marx-Landesausstellung im Rheinischen Landesmuseum und im Stadtmuseum Simeonstift. Drei weitere gehen auf eine Reise durch Schulen, Rathäuser und Bibliotheken. Die jeweils aktuellen Standorte finden sich online unter www.quattropole.org. Im Radioprogramm SWR 2 werden in den kommenden Wochen immer wieder 90-sekündige Ausschnitte zu hören sein.

Zitate aus dem Marx-Container

„Karl Marx war ein Kommunist und hat ein Buch geschrieben."

„Mit Marx verbinde ich Gerechtigkeit, Gleichstellung, aber auch Gleichmacherei. Seine Ideen sind dennoch erstrebenswerter als reiner Marktkapitalismus."

„Unsere Gesellschaft wäre schlechter ohne ihn."

„Marx gehört auf den Euroschein."

„Mit Marx verbinde ich die sozialistische Tristesse in meiner Heimatstadt Chemnitz, früher Karl-Marx-Stadt. Ich glaube, viele Leute hier in seiner Geburtsstadt Trier wissen gar nicht, was er bewirkt hat."

 

 
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