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02.12.2014

Über die jüdische Familie Haas

Buch zum film: Holzinger und Haas besuchten Verwandte, Zeitzeugen und Gedenkorte.
Buch zum film: Holzinger und Haas besuchten Verwandte, Zeitzeugen und Gedenkorte.
Mit beeindruckendem Erfolg wurde im vergangenen Jahr im Trierer Broadway-Kino die Uraufführung des Films „Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie“ von Silvia Holzinger und Peter Haas uraufgeführt. Auch die Wiederholung vor zwei Wochen fand reges Interesse. Nun haben die beiden Filmemacher ein Buch zum Film mit dem Titel „Mordje Marx Moos“ herausgegeben.

Der Film wurde in den zurückliegenden Monaten in vielen deutschen Städten gezeigt und immer wieder gab es im Anschluss Diskussionen über die Frage, wie trete ich dem Großvater Eduard Haas gegenüber, der als letzter Jude in der Familie 1942 im KZ Buchenwald ermordet wurde?

Turbulente Recherchereise

Regisseur und Enkel Peter Haas hat sich gemeinsam mit Ko-Autorin Silvia Holzinger dieser Herausforderung gestellt. In Trier wurden sie in den verschiedenen Archiven über Eduard Haas fündig. Der Streifen zeigt die Lebensstationen des 1884 in Trier geborenen Großvaters in der Moselmetropole auf und konfrontiert die zehn Cousinen und Cousins von Peter Haas, die weit verstreut in Deutschland und Europa leben, mit der Frage, ob sie ihre Herkunft überhaupt noch interessiert und welche Rolle sie in ihrem Leben gespielt hat.  In dem Buch erzählen die beiden Berliner Dokumentarfilmer in 14 Kapiteln von einer turbulenten fünfjährigen Reise kreuz und quer durch Europa.

Ausgerüstet mit einer Kamera wird die eigene, weit verstreut lebende Familie, die ihre jüdischen Ursprünge und Vorfahren beinahe vergessen hat, recherchiert. Peter Haas und Silvia Holzinger besuchten Verwandte, Zeitzeugen, Gedenkorte und werden mit der Gnadenlosigkeit der Archive und der Zerbrechlichkeit des menschlichen Erinnerns konfrontiert. Mit dokumentarischer Genauigkeit erzählen die beiden eine deutsche Familiengeschichte, in der die Verstörungen des gewalttätigen 20. Jahrhunderts bis heute nachwirken

Das Schlusskapitel des Buchs zum Film „Auf der Suche nach dem letzten Juden in meiner Familie“ ist der erfolgreichen Uraufführung vor gut einem Jahr im Trierer Broadway-Kino gewidmet. Wer sich die Hintergründe des beeindruckenden Films noch einmal vergegenwärtigen möchte, findet in „Mordje Marx Moos“ detaillierte Informationen, die das Geschehen mit neuen Facetten, die der Film so nicht vermitteln konnte, lebendig werden lassen.

  • Silvia Holzinger und Peter Haas: „Mordje Marx Moos“, Il Mare Film Berlin, Oktober 2014, ISBN- 978-3-00-047108-7. Das Buch gibt es in der Buchhandlung Gegenlicht in der Glockenstraße, im Karl-Marx-Haus und im Broadway-Kino. 
 
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