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09.02.2021

Trierer Fanprojekt ist gesichert

Ein Banner am Zaun des Bolzplatzes neben dem Hochbunker am Augustinerhof wirbt für die Fortsetzung des Fanprojekts.
Ein Banner am Zaun des Bolzplatzes neben dem Hochbunker am Augustinerhof wirbt für die Fortsetzung des Fanprojekts.
Der Internationale Bund IB Südwest gGmbH übernimmt die Trägerschaft des Fanprojektes des früheren Jugendzentrums Exhaus. Diese Entscheidung traf der Jugendhilfeausschuss am Mittwoch. Damit wird ein mehrstufiges Prüfverfahren abgesichert und das beliebte Jugendprojekt hat wieder eine Perspektive.

Der neue Träger, der bereits Fanprojekte in Darmstadt, Kassel und Offenbach betreibt, setzte sich in dem Ausschreibungsverfahren gegen zwei Anbieter aus Trier durch. In der kurzen Debatte im Jugendhilfeausschuss wurde neben der Freude über die rasche Fortführung des Projekts Bedauern laut, dass kein regionaler Träger zum Tragen kam.

Der Stadtrat hatte mit einem Beschluss vom 8. Dezember die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das Fanprojekt fortgesetzt und zunächst bis 30. Juni mit einem städtischen Zuschuss von 45.000 Euro finanziert wird. Diese Gelder konnten bereitgestellt werden, weil zunächst eingeplante Mittel für andere Projekte des mittlerweile insolventen Exhauses nicht mehr gebraucht werden. Der weitere Zeitplan sieht vor, dass die bisherigen Projektpartner Deutscher Fußballbund (DFB) und Landesinnenministerium sich ab 1. Juli wieder beteiligen. Dann muss die Stadt nur noch 10.000 Euro pro Halbjahr beisteuern. Die Förderung durch den DFB wird zunächst halbjährlich bewilligt. Eine Fortführung ab 1. Juli 2022 ist abhängig von der Neuausrichtung der Förderstruktur beim DFB. Nach dem positiven Votum des Jugendhilfeausschusses mit zwölf Ja-Stimmen bei fünf Enthaltungen wurde der neue Träger umgehend informiert und kann jetzt die Personalanwerbung starten. Die städtischen Gelder können bei Bedarf ab 15. Februar zur Verfügung gestellt werden.

Das Fanprojekt musste wegen der Insolvenz seines Trägers Exhaus im letzten September seine Arbeit einstellen. Damit konnte die Arbeit nur in geringem Umfang ehrenamtlich weitergeführt werden. Die überörtlichen Projektpartner DFB und Innenministerium hatten als Grundbedingung eine weitere Förderung der Fan-Arbeit von einem geordneten Verfahren und der Auswahl eines Trägers, der nicht aus dem Einflussbereich des ehemaligen Betreibers hervorgehen darf, abhängig gemacht. Diese Auflagen hat die Stadtverwaltung erfüllt.

Vorher wurde in vielen Gesprächen mit engagierten Personen in der Fanarbeit, insbesondere aber auch mit der Polizei, die Bedeutung des Projekts für die Fanszene und die dort aktiven jungen Menschen deutlich. Die Vermittlung zwischen Gruppen und Institutionen bei szenetypischen Konflikten gehört ebenso zum Aufgabengebiet wie die Gestaltung von (fußballbezogenen) Freizeitaktivitäten und die persönliche Unterstützung der Fans in herausfordernden Lebenssituationen. Um die etablierten Strukturen in der Fanarbeit nicht zu gefährden, sprachen sich alle Beteiligten für eine Fortsetzung aus.

Petra Lohse

 
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