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27.08.2013

Erinnerung an Pater Nell-Breuning

Foto: Ansicht des Geburtshauses von Nell-Breuning mit der neuen Stele
In dem 1878 erbauten Haus in der heutigen Lindenstraße 42 wurde Oswald von Nell-Breuning am 8. März 1890 geboren. Eine neue Gedenkstele (rechts) erinnert an den herausragenden Sozialethiker und Ehrenbürger der Stadt Trier.
Das bislang privat genutzte Haus in der Lindenstraße mit der heutigen Hausnummer 42, in dem Triers berühmter Sohn Oswald von Nell- Breuning am 6. März 1890 geboren wurde, ist vor einiger Zeit vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder erworben worden. Zur Erinnerung an den bedeutenden katholischen Theologen und Jesuitenpater haben die neuen Besitzer des Geburtshauses von Nell-Breuning im Vorgarten eine Gedenkstele errichtet, die an das Wirken des anerkannten Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlers erinnert, der auch als „Nestor der Katholischen Soziallehre“ gilt.

Aus Anlass der Einsegnung der Gedenktafel an den früheren Trierer Ehrenbürger, der im August 1991 im Alter von 101 Jahren in Frankfurt starb, würdigte der frühere rheinland-pfälzische Sozial- und spätere Bundesminister Dr. Heiner Geißler in einem Festvortrag über die „Neue soziale Frage“ auch das Leben und Werk des Trierer Jesuitenpaters.  Als das „große Verdienst“ von Nell-Breuning bezeichnete  er die von dem Jesuitenpater konzipierte soziale Ordnung mit den Komponenten der Solidarität und Subsidiarität. Damit habe Nell-Breuning die christliche, auf Nächstenliebe orientierte gesellschaftliche Ordnung dargestellt und ihr ein Fundament gegeben. Geißler bedauerte, dass es die auch von Nell-Breuning in der Nachkriegszeit mitgeprägte soziale Marktwirtschaft in Deutschland nur noch rudimentär und weltweit gar nicht mehr gebe. Der CDU-Politiker plädierte in Fortschreibung des geistigen Erbes von Nell-Breuning für eine internationale ökosoziale Marktwirtschaft als Antwort auf die heutigen sozialen Herausforderungen.

Im Rahmen der Festveranstaltung gab der Hausobere des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilf, Markus Leineweber, bekannt, dass man sich weiter in Anlehnung an das Lebenswerk Pater Oswald von Nell- Breunings mit der Sozialen Frage als wesentlichen Baustein für Kirche und Gesellschaft auseinandersetzen wolle. Als einen Beitrag kündigte er die Ausschreibung eines Oswald von Nell-Breuning-Stipendiums zur Förderung einer Master- oder Promotionsarbeit mit sozialethischen Fragestellungen im christlichen Kontext an.

 
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