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04.10.2011

Vom Windrad ins Elektromobil

Das SWT-Elektroauto wirbt für umweltfreundliche Mobilität, aber auch für die Ladestation im City-Parkhaus. Künftig wollen die Stadtwerke solche Fahrzeuge auch verleihen.Foto: SWT
Das SWT-Elektroauto wirbt für umweltfreundliche Mobilität, aber auch für die Ladestation im City-Parkhaus. Künftig wollen die Stadtwerke solche Fahrzeuge auch verleihen.Foto: SWT
Um Strom aus Windrädern und Solaranlagen als alternative Antriebsenergie in Elektroautos und -fahrrädern zu nutzen, benötigen die Stadtwerke nach Aussage ihres Vorstands Dr. Olaf Hornfeck ein intelligentes Energiedatenmanagement. Mit einem Praxisprojekt des Forschungsvorhabens „econnect Germany“ kann das Unternehmen wichtige Erfahrungen in diesem Geschäftsfeld sammeln

„Der Schlüssel zum Erfolg der erneuerbaren Energien liegt darin, Angebot und Nachfrage sowie Erzeugung und Verbrauch zusammenzuführen. Elektrofahrzeuge spielen eine Schlüsselrolle, weil ihre  Batterien auch als Stromspeicher eingesetzt werden können“, erläutert der SWT-Vorstand die Motivation seines Unternehmens, sich als eines von sieben deutschen Stadtwerken am Forschungsvorhaben „econnect Germany“ zu beteiligen. Bei dem zweieinhalbjährigen Projekt arbeitet SWT mit der FH Trier und ABB Deutschland, einem führenden Konzern der Energie- und Automationstechnologie, an Lösungen, wie der Strom aus regional erzeugten erneuerbaren Quellen in Elektrofahrzeugen genutzt werden kann.

„Unter dem Projekttitel ‚Vom Windrad zum Elektroauto’ möchten wir die Förderung nutzen, um ein virtuelles Energieverbundsystem aus Erzeugungsanlagen, Energiespeicher und Verbrauchern zu realisieren. So können wir unser Energiedatenmanagement für zukünftige Anforderungen testen und optimieren“, erklärt Stadtwerke-Projektentwickler Falko Willmes.

Die Idee: Ein SWT-Parkhaus erhält mehrere Ladestationen und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Ziel ist, diese Säulen mit erneuerbarem Strom aus der Region, am besten direkt vom Dach, zu versorgen. Wenn dieser Strom nicht ausreicht, soll die Lieferung aus anderen regionalen Erzeugungsanlagen, zum Beispiel Windrädern, sichergestellt werden.

„Wir wollen mit unserem Forschungsbeitrag nicht nur das Energiedatenmanagement als Geschäftsfeld  weiterentwickeln, sondern auch die Elektromobilität unseren Kunden nä-her bringen“, beschreibt Willmes das Ziel. „Die E-Autos, die wir zu Test-zwecken anschaffen, möchten wir unseren Kunden als Leihwagen zur Verfügung stellen und das Ganze mit wissenschaftlichen Befragungen begleiten.“

Die Verbraucher entscheiden nach Aussage von Professor Jörn Schneider (FH Trier), wo Elektrofahrzeuge wirklich Zukunft haben: „Die Stadtwerke haben dies erkannt und arbeiten mit unserem Forschungsverbund aus Technikern und Informatikern  sowie Psychologen der Uni zusammen. Wir liefern die Technologie und ermitteln, was sie leisten muss, um dem Autofahrer der Zukunft gerecht zu werden.“ Die ABB AG aus Mannheim will nach Aussage von Stephan Kautsch mit den Stadtwerken eine Lösung entwickeln, die es deren Kunden ermöglicht, „die in der Region erzeugte, erneuerbare Energie direkt zu nutzen und somit die Umweltbelastung zu minimieren.“

Die Stadtwerke haben den Projektantrag mit Finanzierungs- und Zeitplan kürzlich eingereicht. Sie wollen rund 1,6 Millionen Euro über die Gesamtlaufzeit von zweieinhalb Jahren  investieren. Ein Teil  soll über den Förderzuschlag abgedeckt werden. Willmes rechnet mit einer endgültigen Bewilligung bis Ende des Jahres, damit pünktlich zu Beginn der Laufzeit im Januar 2012 das Projekt starten kann.
 
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