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10.07.2020

Hindenburgstraße wird umbenannt

Bild: Straßenschild Hindenburgstraße
Für die Straße, die seit den 1920er Jahren nach Hindenburg benannt ist, wird ein neuer Name gesucht.

Der Trierer Stadtrat hat am Donnerstag mit 29 zu 17 Stimmen bei vier Enthaltungen beschlossen, die Hindenburgstraße umzubenennen. Die Mehrheit des Rates brachte mit diesem Votum zum Ausdruck, dass dem Generalfeldmarschall im Ersten Weltkrieg und späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg kein ehrendes Gedenken seitens der Stadt Trier mehr zuteil werden soll. Hindenburg (1847-1934) ernannte am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler. Kurz darauf erließ er Notverordnungen, mit denen die Grundrechte und die Pressefreiheit im Deutschen Reich aufgehoben wurden. Hindenburg gilt somit als „Steigbügelhalter“ der Nazi-Diktatur.

Die bisherige Hindenburgstraße zweigt vom Alleenring ab und ist eine viel befahrene Zufahrt in die Trierer Altstadt. Das Vorschlagsrecht für einen neuen Namen hat nun der Ortsbeirat Mitte/Gartenfeld, der hierfür eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger angekündigt hat.

In einem weiteren Beschluss hat der Stadtrat Hindenburg auch die 1930 verliehene Ehrenbürgerwürde posthum aberkannt. Dieser Antrag fand mit 47 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen eine größere Mehrheit. Bereits 2009 war das an der gleichnamigen Straße gelegene Hindenburg-Gymnasium in Humboldt-Gymnasium umbenannt worden. 

Der Stadtrat befasste sich auch mit der Frage, wie generell mit Straßen umzugehen ist, die nach möglicherweise belasteten historischen Persönlichkeiten benannt sind. Für künftige Überprüfungen solcher Straßennamen soll ein Kriterienkatalog erarbeitet werden.

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