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07.11.2019 | Starkregen-Workshop

Vorsorgen statt nachsehen

Über 200 Anwohnerinnen und Anwohner kamen zum ersten Starkregen-Workshop der Stadt in die Halle der Grundschule Tarforst.
Über 200 Anwohnerinnen und Anwohner kamen zum ersten Starkregen-Workshop der Stadt in die Halle der Grundschule Tarforst.

Dezernent Andreas Ludwig machte beim ersten Starkregen-Workshop der Stadt für Tarforst, Filsch und Irsch klar, worum es gehe: „Wir wollen ein Bewusstsein schaffen für die Gefahren, die von Starkregen ausgehen. Wir können ihn nicht aufhalten, aber wir können wachsam sein. Hierfür wollen wir ihre Einschätzung, wo Gefahrenstellen in ihrem Wohngebiet sind.“ Um weitere Gefahrenstellen zu identifizieren, hat das städtische Tiefbauamt von einem spezialisierten Ingenieurbüro Starkregengefahrenkarten erstellen lassen, auf denen zu erkennen ist, wo besondere Gefahren durch Sturzfluten und Starkregen bestehen. Angenommen wurde ein flächendeckender, sehr heftiger Starkregen von einer Stunde Dauer, der statistisch gesehen alle 100 Jahre vorkommt. 

Viele Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung nutzten die Möglichkeit, auf den Karten weitere Gefahrenstellen, die sie durch eigene Erfahrungen kennen, zu markieren. Experten werten diese Eingaben nun aus und nehmen sie in das zu erstellende Schutzkonzept gegen Hochwasser und Starkregen auf.

Neben der aktiven Mitarbeit hörten die Gäste auch Vorträge von Experten. Michael Buschlinger vom Ingenieurbüro „eepi“ aus Luxemburg erläuterte unter anderem die verschiedenen Intensitäten, in die Starkregen aufgeteilt wird. Die Spanne reicht hier von 15 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde bis zu 40 Liter und mehr. In Trier wurden zuletzt am 11. Juli diesen Jahres mehr als 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde gemessen. Dadurch kam es zu Überschwemmungen in Olewig und der Altstadt. Laut Buschlinger seien Starkregenereignisse künftig häufiger zu erwarten – möglich seien sogar bis zu 200 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde.

Wie die Trierer Berufsfeuerwehr in einem derartigen Fall aufgestellt ist, erläuterte Mario Marx. So hat sie die Einsatzpläne für Starkregen und Hochwasser überarbeitet. Ebenso aktualisiert wurde der Warn- und Evakuierungsplan für die Stadt. Warnungen sind über bestimmte Apps und bei einem Extremereignis sogar über das Fernsehen möglich. Zudem – so erläuterte Marx – sei für 1,5 Millionen Euro Material zum Schutz gegen Wasser beschafft worden.

Weitere Termine: Für Neu-Kürenz: Dienstag, 19. November, Treffpunkt Am Weidengraben. Für Alt-Kürenz: Donnerstag, 12. Dezember, Domäne Avelsbach, jeweils 19 Uhr.

 
Bildergalerie
  • Anwohner identifizieren auf einer Starkregengefahrenkarte weitere Gefahrenstellen für ihren Stadtteil.