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15.01.2019 | Illegale Graffitti

Schneller gegen Schmierfinken

Gradffitientfernung mit Vakumstrahlgerät und Lösungsmittel
Je nach Untergrund rücken die BÜS-Mitarbeiter den Schmierereien mit unterschiedlichen Verfahren zu Leibe. Während Tatjana Schaffrath an der Betonfassade ein Vakuumstrahl-Gerät einsetzt (links), greift Alexander Denkov am Metallcontainer zu chemischen Lösungsmitteln.

Schmierereien an Fassaden oder Denkmälern sind ein stetiges Ärgernis und erfordern ein schnelles Eingreifen: Wenn man zu lange wartet, kann sich die Farbe in tieferen Schichten des Putzes festsetzen und nicht mehr ohne größere Schäden entfernt werden. Das Rathaus verzeichnet in seinem Gebäudebestand 20 bis 30 größere Beschädigungen durch illegale Graffiti pro Jahr. Zahlreiche kleinere Schäden werden von den Hausmeistern sofort selbst beseitigt. Der finanzielle Aufwand für die Entfernung wird mit 10.000 bis 15.000 Euro jährlich beziffert. Ein Sonderfall war die Beschmierung der Tastmodelle von Trierer Sehenswürdigkeiten. Von den Bronzereliefs war die Farbe nur mit einem Spezialverfahren abzulösen, das rund 10.000 Euro kostete.

Für eine zuverlässige und vor allem schnelle Beseitigung der Graffiti hat das Rathaus jetzt dem Bürgerservice (BÜS) einen Dauerauftrag erteilt. OB Wolfram Leibe und BÜS-Geschäftsführer Gregor Schäfer unterzeichneten einen entsprechenden Rahmenvertrag, der zu gleichen Konditionen auch von Firmen oder privaten Hauseigentümern in Anspruch genommen werden kann. Für einen einfachen Einsatz berechnen die Gebäudereiniger des integrativen Unternehmens circa 50 bis 60 Euro. „Wir haben uns in einer langen Erprobungsphase das nötige Know-how angeeignet, vor allem was den Umgang mit verschiedenen Baumaterialien betrifft", erläutert Schäfer. „Während Beton relativ unproblematisch ist, muss man zum Beispiel bei Sandstein sehr sensibel vorgehen, um nicht noch weitere Schäden zu verursachen."

OB Leibe legt Wert auf die Unterscheidung zwischen Graffiti-Kunst und Schmierereien. Für die kreative Sprayer-Szene hat die Stadt in der Vergangenheit legale Flächen in Unterführungen und an der Konrad-Adenauer-Brücke freigegeben. Das Jugendamt steht in Kontakt mit den Künstlern und kann bei Bedarf weitere Flächen anfordern.

 
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