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08.04.2019

Hervé Birolini gewinnt den QuattroPole-Musikpreis 2019

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des QuattroPole-Musikpreises 2019.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des QuattroPole-Musikpreises 2019.

Der Gewinner des QuattroPole-Musikpreises 2019 ist Hervé Birolini aus Metz. Im Anschluss an einen Konzertabend am Freitag, 5. April, in Trier hat die Jury des QuattroPole-Musikpreises den Metzer Komponisten Hervé Birolini für die Interpretation seines musikalischen Projekts Exartikulations ausgezeichnet.

Die erstmalige Verleihung des QuattroPole-Musikpreises, dessen Träger die Städte Luxemburg, Metz, Saarbrücken und Trier sind, ist das Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen den Kulturämtern der vier Städte und der QuattroPole-Geschäftsstelle. Vorbereitet wird die Veranstaltung seit Februar 2018 in Zusammenarbeit mit vier musikalischen Leitern, die ihr Fachwissen einbrachten und die konzeptionelle Ausrichtung des Preises mitgestalteten.

Vier Musiker aus den QuattroPole-Städten präsentierten in der Tuchfabrik (TUFA), dem Trierer Kultur- und Kommunikationszentrum, ihr musikalisches Schaffen einem Publikum. Aus der gesamten Großregion kamen etwa 120 Besucherinnen und Besucher. Die musikalischen Projekte, die aufgrund ihres innovativen Charakters und ihrer Originalität ausgewählt wurden, bieten eine große Bandbreite: vom akustischen Spaziergang über Licht- und Klanginstallationen hin zur 30 Sekunden-Oper, präsentierten die Finalisten innovative und zeitgenössische Werke, welche die hochwertige Qualität der Musikszenen in den QuattroPole-Städten zum Ausdruck bringen.

Im Anschluss an den Auftritt der vier Musikerinnen und Musiker verkündete Thomas Schmitt, Kulturdezernent und Vorsitzender der Jury, den Gewinner des QuattroPole-Musikpreises 2019. Die Jury zeichnete ein Werk aus, „das in seinem Genre einzigartig ist, das sehr viel mehr bietet als nur Musik für die Ohren, nämlich auch Musik ohne Klang, Musik für die Augen“, wie Thomas Schmitt es formulierte.

Neben Hervé Birolini waren drei weitere Finalistinnen und Finalisten in der Endausscheidung: Alexander Reiff aus Trier spielte seine 30 Sekunden-Oper Pictures at an Instabition, die Luxemburgerin Catherine Kontz stellte ihren Londonder Spaziergang Fleet Footing vor und Florian Schwamborn aus Saarbrücken beschloss den Konzertabend mit seinem musikalischen Projekt Spiegelung.

54 Bewerbungen gingen ein, davon kamen 16 in die Vorauswahl. Acht Musikexperten wählten daraus die Finalistinnen und Finalisten und den Preisträger: Matthew Studdert-Kennedy, künstlerischer Leiter der Philharmonie Luxembourg und des Orchestre Philharmonique du Luxembourg; Yves Stephany, Verantwortlicher der Musikredaktion bei Radio 100,7 in Luxemburg; Patrick Perrin, Programmverantwortlicher für Aktuelle Musik in der Cité musicale-Metz; Cascadeur, Musiker aus Metz; Stefan Zintel, Leiter des Studios für akustische Kommunikation an der Hochschule der Bildenden Künste Saar; Gary Berger, Leiter des Studios für experimentelle und elektronische Musik an der Hochschule für Musik Saar; Falk Grieffenhagen, Mitglied der weltbekannten Gruppe 2Kraftwerk"; Thomas Rath und Bernd Bleffert, künstlerische Leiter des internationalen Festivals für Klangkunst OPENING in Trier.

Hervé Birolini studierte von 1990 bis 1993 in der Elektroakustik-Klasse des Europäischen Zentrums für Musikrecherche (CERM) in Metz. Nach seinem Diplom-Abschluss (DESS) im Fach Audiovisuelle Kunst und acht Jahren im „Konzert“-Team der Gruppe Musikrecherche am Nationalen Institut für Audiovisuelle Kunst GRM machte er sich als Komponist selbständig.

Hervé Birolini erforscht alle Bereiche des Klangs. Vom Konzertstück bis zur Installation, von der elektroakustischen Performance zur szenischen oder Filmmusik, von Radiokunst zur Mixed Music bereichern sich seine Experimentierfelder gegenseitig und stellen permanent seine Position als Komponist infrage.

Vom Wesen her elektronisch, entsteht seine Musik ausgehend von realen, konkreten oder instrumentalen Materialien, aber auch von Klangobjekten, die mittels personalisierten und ständig neuerfundenen digitalen Saiteninstrumenten erzeugt werden. Diese Technologie ist sowohl Werkzeug als auch Möglichkeit, die zeitgenössische Produktion des Fühlbaren zu hinterfragen. Sein Faible für zeitgenössische Bühnenkunst, insbesondere für Tanz, führt ihn zur Produktion von Musikstücken, die ihrerseits in Beziehung zu Raum, Körper, Bewegung und Szenografie stehen.

Seine Musik steht in Berührung mit elektronischer, konkreter, experimenteller und zeitgenössischer Musik im weitesten Sinne. Seine Produktionen wurden auf zahlreichen Festivals in Frankreich und im Ausland vorgestellt und gewannen nationale sowie internationale Preise. Seine Werke werden regelmäßig im Radio und Fernsehen ausgestrahlt. Birolini lehrt Musik- und Klangkomposition, insbesondere am internationalen Institut für Audiovisuelles (INA) und an der nationalen Hochschule für Theaterkunst und –technik (ENSAT) in Lyon. Im Jahr 2013 gründete er die Compagnie Distorsions, mit der er seine Projektideen in die Tat umsetzt.

 

 
Bildergalerie
  • Runder Tisch mit den Finalisten des QuattroPole-Musikpreises 2019.

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