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Modellhafte Aufwertung eines städtischen Moselufers in Trier

Bauarbeiten 2018/19

Grafik: Terrassengestaltung am Moselufer
Die Visualisierung zeigt die mögliche Gestaltung der Moselterrassen an der Peter-Lambert-Straße.

In Trier-Nord wird Schritt für Schritt die Vision „Stadt am Fluss" verwirklicht: Nach der Aufwertung und Hochwassersicherung des Zurlaubener Ufers will die Stadt 2018 mit den umfangreichen Bauarbeiten zur Ufergestaltung zwischen Jugendherberge und Nordbad beginnen.

Schnurgerade und gleichförmig – so sieht das Moselufer in Trier-Nord derzeit über weite Strecken aus. Mit der geplanten Umgestaltung soll das Gelände auf einem 600 Meter langen Abschnitt aufgelockert und vielfältiger werden. Das Konzept stammt vom Trierer Büro BGH Plan. Dessen Chef Christoph Heckel erläutert: „Die Uferwiese wollen wir terrassenartig abstufen. Außerdem graben wir einen kleinen Seitenarm ab, der bei leicht erhöhtem Wasserstand der Mosel überflutet wird. So entsteht ein zusätzliches Überschwemmungsgebiet, das die Hochwassergefahr verringert. Insgesamt werden rund 35.000 Kubikmeter Erde abgetragen." In dem Seitenarm können sich Röhricht und Schilf ansiedeln, die bisher an diesem Uferabschnitt nicht vertreten sind. Eine schmale Insel trennt die Flutmulde vom Hauptarm der Mosel ab.

Zugänge über Steinplatten

Auf Höhe des Nordbads sind sechs neue Steinaufschüttungen geplant, die acht Meter schräg in den Fluss ragen. Hinter diesen Buhnen entstehen kleine sandige Buchten, die zum Aufenthalt am Ufer einladen. Und wie kommt man dorthin? Heckel: „An drei Stellen werden neue Wege angelegt, die sich aus großen Meskalith-Steinplatten zusammensetzen und vom Hochwasserdamm zum Ufer führen." Einer der Zugänge geht von der Peter-Lambert-Straße ab, ein anderer befindet sich in der Nähe des Nordbads, der dritte am Studentenwohnheim Cusanus-Haus. Am Endpunkt der Peter-Lambert-Straße sind außerdem begrünte Sitzstufen geplant, die einen weiteren Zugang zum Ufergelände bieten.

Das Konzept ist seit 2013 mit Bürgerbeteiligung entstanden und wurde vom Bund als „Modellvorhaben zur Raumordnung" (MORO) im Rahmen der Flusslandschaftsentwicklung an der Mosel gefördert. Jetzt hat der Stadtrat einstimmig den Baubeschluss getroffen. An den geschätzten Kosten von 2,37 Millionen Euro beteiligt sich das Land Rheinland-Pfalz zu 90 Prozent und kann sich das Projekt damit als ökologische Ausgleichsmaßnahme für andere Bauvorhaben anrechnen lassen. Der städtische Eigenanteil liegt damit voraussichtlich bei rund 240.000 Euro.

Zeitplan

Die Erdarbeiten haben im Mai 2018 begonnen und sollten ursprünglich bis Ende Oktober, also noch vor der nächsten Hochwasserphase, abgeschlossen sein. Der Fund mehrerer Panzerminen aus dem Zweiten Weltkrieg im Erdreich hat den Baufortschritt allerdings verzögert. 2019 steht der Einbau der Buhnen, Wege und Treppenstufen auf dem Programm.

 
Bildergalerie
  • Ein wichtiges Element der Umgestaltung sind die schräg in den Fluss ragenden Steinbuhnen, die über einen Steinplattenweg erreichbar sind (rechts). Grafik: BGH Plan
 
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