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10.05.2017

Designer der Zukunft

OB Leibe auf Firmenbesuch bei Start-Ups der Kreativwirtschaft in der Altstadt

Mitglieder der Bürogemeinschaft Balawa Rama präsentieren beim Besuch von OB Wolfram Leibe (2. v. r.) und Wirtschaftsreferentin Christiane Luxem (4. v. r.) einen kleinen Ausschnitt ihrer Produktpalette.
Mitglieder der Bürogemeinschaft Balawa Rama präsentieren beim Besuch von OB Wolfram Leibe (2. v. r.) und Wirtschaftsreferentin Christiane Luxem (4. v. r.) einen kleinen Ausschnitt ihrer Produktpalette.
Sie haben sich als Webentwickler, Intermediadesigner oder Texter selbstständig gemacht: Das breite Berufsspektrum der Kreativwirtschaft und die spezifischen Anforderungen an Start-ups aus dieser Branche lernte OB Wolfram Leibe bei der jüngsten Runde seiner Firmenbesuche kennen.

Die Tour mit Stationen bei der Werbeagentur Phormat, dem Internetdienstleister Polybytes und der kreativen Bürogemeinschaft Balawa Rama konnten Leibe und Christiane Luxem, Referentin für Wirtschaftsentwicklung, vom Rathaus aus zu Fuß bewältigen, denn alle drei Firmen haben sich in der Innenstadt angesiedelt. „Ich bin überzeugt, dass in der Kreativwirtschaft ein großes Potenzial zur Stärkung unserer Wirtschaftskraft steckt“,sagte Leibe. „Außerdem ist diese junge Branche sehr gut geeignet, das Image der Römerstadt Trier um eine moderne Komponente zu erweitern. Ich sehe meine Aufgabe als Ansprechpartner und Türöffner für die Kreativen,um ihr Angebotsspektrum in der Region sichtbarer zu machen.“

Die 2004 gegründete Agentur Phormat hatte sich zunächst im Industriegebiet Trierer Hafen angesiedelt, ist aber nun in die Hindenburgstraße umgezogen. Mit drei Angestellten, die bei Bedarf um freie Mitarbeiter ergänzt werden, bietet sie Komplettlösungen für Werbekampagnen vom Flyerdesign über Fotografie bis zur Webseitenprogrammierung.

Zum Portfolio von Polybytes in der Brotstraße gehören neben Web- und Appdesign auch Anwendungen der virtuellen Realität:Mit einer Datenbrille werden Häuser,die ein Architekt am Computer entworfen hat, dreidimensional erlebbar.

Zur Bürogemeinschaft Balawa Rama am Hauptmarkt gehören derzeit sechs Freiberufler und zwei Start-ups mit je fünf Mitarbeitern, darunter die Kalaflax GmbH für digitale Kommunikation,die bereits Kunden in den USA und in China gefunden hat. Die Bürogemeinschaft ist hilfreich für den Aufbau von Netzwerken bei der Kundenakquise,oft ergeben sich Gemeinschaftsprojekte.

Viele der Unternehmer und Freiberufler,die Leibe und Luxem kennenlernten,haben am renommierten Fachbereich Gestaltung der Hochschule Trier Kommunikations-, Grafik-,Intermedia- oder Modedesign studiert. Als Vorteile des Standorts Trier wurden unter anderem relativ günstige Büromieten, die Lebensqualität in einer „kleinen Großstadt“, die Vernetzung mit den Beneluxstaaten und Frankreich sowie die geringe Konkurrenz genannt. „In Berlin oder Frankfurt würde ich in der Masse untergehen, in Trier hat man als Start-up bessere Chancen, Fuß zu fassen“, fasste es Grafikdesigner Alexander Pfeifer zusammen.

Dennoch gehen viele Hochschulabsolventen nach ihrem Examen wieder aus Trier weg, so dass eine Attraktivitätssteigerung des Standorts weiter auf der Tagesordnung steht. Über die Stellschrauben, mit deren Hilfe Existenzgründer aus der Kreativwirtschaft in Trier gehalten werden können, war sich Leibe mit seinen Gesprächspartnern einig: bessere Anbindung an den Bahnfernverkehr, gezieltes Stadtmarketing,-niveauvolle Kulturangebote und – ganz entscheidend für eine Branche, die weitgehend im Internet „stattfindet“ – flächendeckende Breitbandverbindungen. „Wir arbeiten derzeit an einer gezielten Konzeption für den Breitbandausbau in Trier und haben im Rahmen des Bundesprogramms ‚Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland‘ einen Zuschuss für externe Beratungsleistungen zur Erstellung eines Masterplans beantragt. Dieser wurde zwischenzeitlich mit einer Fördersumme von 50.000 Euro bewilligt“, berichtete Christiane Luxem.