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Schienenverkehr - Projekt Westtrasse

Fünf neue Regionalbahnhaltepunkte bis 2020 geplant

Die Visualisierung zeigt den geplanten Haltepunkt Pallien an der Kaiser-Wilhelm-Brücke. Eine Treppe und ein Aufzug (r.) schaffen den direkten Zugang von der Bushaltestelle auf der Brücke zum Bahnsteig.
Die Visualisierung zeigt den geplanten Haltepunkt Pallien an der Kaiser-Wilhelm-Brücke. Eine Treppe und ein Aufzug (r.) schaffen den direkten Zugang von der Bushaltestelle auf der Brücke zum Bahnsteig. Abbildung: DB Netz

Ab Dezember 2020 sollen wieder Personenzüge auf der Trierer Weststrecke fahren. Für Baudezernent Andreas Ludwig ist das größtenteils von der Landesregierung finanzierte Projekt ein Meilenstein der Trierer Verkehrspolitik. Im Rahmen eines Planfeststellungsverfahren des Eisenbahnbundesamts soll bis Ende 2018 der baurechtliche Rahmen festgezurrt werden.

Die Weststrecke mit den fünf neuen Haltepunkten Hafenstraße, Pallien, Trier-West, Euren und Zewen wird ab 2020 von zwei Linien befahren: Die Regionalbahn (RB) 83 pendelt von Montag bis Samstag zwischen Wittlich und Luxemburg-Stadt, wo sowohl der Hauptbahnhof als auch die Station Rote Brücke bedient wird. Berufspendler gelangen von dort per Schrägaufzug und Tram zu ihrem Arbeitsplatz auf dem Kirchberg. Die Fahrtzeit ab Trier-West beträgt voraussichtlich 55 Minuten. Die RB 84 fährt täglich vom Haltepunkt Trier-Hafenstraße nach Konz, einige Züge fahren weiter bis Saarburg. Über Wittlich und Konz hat die Trierer Weststrecke zudem Anschluss an die Regionalexpress-Züge nach Koblenz und Saarbrücken/Mannheim.

Den jetzigen Planungen zu Folge wird der erste Zug des Tages um 5.46 Uhr in Trier-West halten, der letzte um 22.46 Uhr an Werktagen (0.12 Uhr am Wochenende). Für die Regionalbahnlinien 83 und 84 ist ein Stunden-Takt vorgesehen. Dadurch ergibt sich für die fünf neuen Haltepunkte an der Weststrecke, die von beiden Linien bedient werden, ein Halb-Stunden-Takt. Auf der Linie 83, die von der luxemburgischen Staatsbahn CFL bedient wird, kommen Doppelstocktriebwagen des Typs „Stadler Kiss“ zum Einsatz, die schon seit 2014 auf der Strecke Trier-Koblenz verkehren.

Wichtige Zielpunkte in der Innenstadt sind vom neuen Haltepunkt Trier-West aus deutlich schneller zu erreichen als vom Hauptbahnhof, zum Beispiel das Rathaus, das Mutterhaus oder der Viehmarkt. Der Haltepunkt Pallien liegt günstig für das Brüderkrankenhaus, die Hochschule und das Berufsschulzentrum am Paulusplatz.

Die Kosten des Projekts Weststrecke beziffert die Landesregierung mittlerweile mit 40 bis 45 Millionen Euro. Neben dem Bau der neuen Haltepunkte stehen auch Gleisarbeiten an: Zwischen Ehrang und Biewer wird auf einer Strecke von 2,1 Kilometer ein neues Überleitungsgleis gebaut. Die Deutsche Bahn Station & Service beteiligt sich an den Gesamtkosten mit circa 4 bis 5 Millionen Euro.

Nicht mit einberechnet ist die Umfeldgestaltung der neuen Haltepunkte, die Aufgabe der Stadt ist. Es geht darum, die Erreichbarkeit der Bahnhöfe so zu gestalten, dass Nutzungsketten mit den Stadtbussen, dem Fahrrad oder dem Auto möglich werden.

Die neuen Haltepunkte

  • Hafenstraße
    Südlich der Eisenbahnunterführung Hafenstraße entsteht der Haltepunkt, der den bestehenden Bahnhof Ehrang ersetzt und die Trierer Ost- und Weststrecke zusammenführt. Der Bahnsteig wird über eine Treppe und einen Aufzug von der Hafenstraße aus erreichbar sein, in der Nähe des Haltepunkts sind Abstellplätze für Fahrräder, eine Park-and-Ride-Station mit 30 Stellplätzen und eine neue Bushaltestelle geplant. Ein beleuchteter Fußweg führt zum Schulzentrum Mäusheckerweg. Die Bahnunterführung wird saniert.
  • Pallien
    Aufgrund von Höhenunterschieden und engen Platzverhältnissen ist die Erschließung des direkt an der Kaiser-Wilhelm-Brücke gelegenen Haltepunkts sehr aufwendig. Von der Brücke gelangen die Fahrgäste per Aufzug oder Treppe direkt auf den unterhalb gelegenen Bahnsteig. Weitere Zugänge gibt es vom Moselradweg und von der Bonner Straße. Die Bushaltestellen am Brückenkopf werden neu angeordnet. Außerdem plant die Stadt, auf der Verkehrsinsel zwischen Bitburger und Bonner Straße einen Fahrradservicepoint einzurichten.
  • Trier-West
    Der Haltepunkt befindet sich am Benedikt-Labre-Haus in der Nähe der Römerbrücke. Im Rahmen der Umgestaltung des Knotenpunkts Aachener/Luxemburger Straße (westlicher Römerbrückenkopf) entsteht auch ein neuer Zugang zum Haltepunkt. Zum zweiten Gleis gelangen die Fahrgäste über eine Fußgängerüberführung.
  • Euren
    Hier werden die jeweils 170 Meter langen Bahnsteige versetzt angeordnet, einer westlich und einer östlich der Eisenbahnstraße. Der westliche Bahnsteig erhält einen neuen Zugang von der Straße In den Särken. Östlich ist ein neuer Park-and-Ride-Platz mit Fahrradbügeln und 60 Stellplätzen für Autos geplant.
  • Zewen
    Auch hier ist eine versetzte Anordnung der Bahnsteige beidseits der Kantstraße geplant. Eine zusätzliche Erschließung erfolgt über die Fröbelstraße. Abstellplätze für Fahrräder und ein barrierefreier Ausbau der vorhandenen Bushaltestelle runden die Umfeldmaßnahmen in Zewen ab.

 
Bildergalerie
  • Ansicht des geplanten Haltepunkt Ehrang-Hafenstraße. Abbildung DB Netz AG
  • Regionalexpress CFL
  • Der Lageplan zeigt die Standorte der projektierten neuen Haltepunkte an der Westtrasse in der ersten (bis 2020/grün) und zweiten (gelb) Ausbaustufe.
  • Planungsstand der Regionalbahnstrecken von/nach Trier ab 2018 inklusive Westtrasse mit den Strecken Wittlich-Luxemburg und Ehrang/Hafenstraße-Konz bzw. Ehrang/Hafenstraße-Saarburg
  • Bestehende (gelbe Stationen) und künftige (hellblaue Stationen) Regionalbahnverbindungen zwischen der Region Trier und Luxemburg mit dem geplanten Anschluss an die Rote Brücke/Kirchberg in Luxemburg.
  • Für einige Gebiete der Innenstadt liegen die geplanten Haltepunkte Kaiser-Wilhelm-Brücke und Römerbrücke günstiger als der Hauptbahnhof. Eine wichtige Ergänzung wäre der Haltepunkt Kaiserthermen
  • Das Regionalbahnkonzept sieht für die weitere Zukunft zusätzliche Haltepunkte auch auf der Osttrasse vor.
  • Der geplante neue Haltepunkt Ehrang-Hafenstraße ist Knotenpunkt für die Ost- und Westtrasse und hat einen günstigeren Einzugsbereich als der Haltepunkt Ehrang-Bahnhof, der deshalb aufgegeben werden soll. Die Haltepunkte Ehrang-Ort und Pfalzel bleiben erhalten.
  • ÖPNV-Anbindung des geplanten Haltepunkts Euren-Eisenbahnstraße im Vergleich mit dem zurückgestellten Standort Messe.

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