Sprungmarken
Lenkungskreis gegen Energiearmut

Armutsrisiko durch Energiesparen bekämpfen

Wer wegen eines niedrigen Einkommens jeden Cent zwei Mal umdrehen muss, den treffen steigende Energiepreise besonders hart. Ein unkontrollierter Stromverbrauch wird nicht selten ein existenzielles Problem. Es droht Energiearmut. Werden die Schulden zu hoch, wird im schlimmsten Fall der Strom gesperrt. Um Menschen vor Energieschulden und ihren sozialen Folgen zu bewahren, wurde im Juni 2017 im Rahmen des Bündnisses „Aktiv gegen Armut“ der Lenkungskreis gegen Energiearmut gegründet.

Unter Schirmherrschaft von Sozialdezernentin und Bürgermeisterin Angelika Birk hat sich ein vielfältig besetzter Kreis zusammengetan. Denn Energiearmut ist ein vielschichtiges Problem, so Birk: „Wir wollen nicht nur die Bürgerinnen und Bürger erreichen, die von Energieschulden bedroht sind, sondern auch an den Rahmenbedingungen etwas ändern.“ Daher sind nicht nur das städtische Sozialamt, das Jugendamt und das Jobcenter vertreten. Auch der Bürgerservice, der Caritasverband Trier, die Verbraucherzentrale und die Energieagentur Region Trier machen mit. Hinzu kommen weitere wichtige Kooperationspartner wie die Stadtwerke als Energieversorger und Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften.

Ziel des Lenkungskreises ist die Vernetzung bereits vorhandener Angebote zur Vermeidung von Energieschulden. Eine zentrale Maßnahme ist der Stromspar-Check des Caritasverbandes und der Energieagentur. Nach einer eingehenden Beratung und dem Einbau von bezuschussten Stromsparhelfern, wie LED-Lampen, sind im ersten Jahr bereits Einsparungen in der Höhe von 150 Euro möglich, so Gerd Aigeltinger vom Deutschen Caritasverband. Der Bürgerservice (BÜS) sucht hingegen gezielt Flüchtlinge in ihren Haushalten auf, um sie in ihrer Muttersprache über den energiesparenden Umgang mit Strom und Heizung zu informieren, erklärt Gregor Schäfer vom BÜS. Wer sich jedoch kurz vor einer Stromsperre befindet, so Hans Weinreuter von der Verbraucherzentrale, dem können seine Mitarbeiterinnen mit einer Energierechtsberatung oder bei den Gesprächen mit den Energieversorgern helfen. „Wenn Betroffene frühzeitig mit uns Kontakt aufnehmen, lässt sich eine Stromsperre meist vermeiden“, so Thomas Kiewel von den Stadtwerken. Eine Möglichkeit sei beispielsweise ein aufladbarer Chipkartenzähler.

Aber auch grundlegende Ursachen beim Wohnungsbau sollen angegangen werden. So möchte man bei Neubau und Sanierung noch stärker darauf achten, im sozialen Wohnungsbau energieeffiziente Heizungs- und Warmwassersysteme einzubauen. Drei Arbeitskreise werden nun daran arbeiten, weitere Hilfsangebote für Betroffene und zukunftsorientierte Lösungen zur Vermeidung von Energiearmut zu entwickeln.

Für Bezieher von ALG II (Hartz IV), Grundsicherung, Sozialhilfe, Wohngeld, Aufstockung und Einkommen unterhalb der Pfändungsfreigrenze ist der Stromspar-Check im Stadtgebiet Trier kostenfrei. Einen Gutschein finden Sie rechts oben unter „Downloads“.

 
Verweisliste