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Strategisches Entwicklungs- und Nutzungskonzept Innenstadt Trier 2025+ (SENI)

Hauptbahnhof
Wer über den Bahnhofsvorplatz die Trierer Innenstadt betritt, wird nicht unbedingt auf deren Attraktivität schließen können. Schon lange vermittelt der Bahnhofsbereich keinen guten Eindruck mehr von Deutschlands ältester Stadt. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Auch um die Erreichbarkeit der Moselmetropole mit der Bahn ist es im Fernverkehr schlecht bestellt.

„Trier kann dauerhaft die Funktion als Oberzentrum nur mit einer funktionierenden und qualitativ gestärkten Innenstadt wahrnehmen.“ So lautet ein Schlüsselsatz im Grundsatzpapier und Lastenheft für das „Strategische Entwicklungs- und Nutzungskonzept Innenstadt Trier 2025+“ (SENI), das der Rat in seiner Sitzung am 19. März 2015 mit einem Grundsatzbeschluss einstimmig verabschiedete. Die Verwaltung wurde beauftragt, entsprechend der vorgelegten Planung die Bearbeitung von SENI aufzunehmen.

In einem auf zwei Jahre anberaumten differenzierten Prozess soll ein Ziel- und Handlungskonzept zur zukünftigen Ausrichtung der Innenstadt erarbeitet werden. Es soll die gemeinsamen Vorstellungen der sich aus Vertretern des Rates und der Verwaltung zusammensetzenden Lenkungsgruppe, der einzubindenden Institutionen sowie der Bürgerbeteiligung enthalten. Der Stadtrat wird dann endgültig über den Entwurf des SENI-Konzepts abstimmen und zugleich über die Umsetzung und Finanzierung konkreter Maßnahmen zur Innenstadtgestaltung entscheiden. Die Geschäftsführung zur Erstellung des SENI-Konzepts liegt beim Amt für Stadtentwicklung und Statistik. Die Gesamtkosten für zusätzliches Personal, Sachaufwendungen und Moderation werden bis 2017 mit rund 230.000 Euro veranschlagt.

Vorgehensweise

Von Oktober 2013 bis Januar 2015 hatte sich der Lenkungsausschuss unter der Leitung des früheren Oberbürgermeisters Klaus Jensen bereits mehrfach mit der Frage beschäftigt, wie der Erstellungsprozess eines geplanten SENI-Konzepts strukturiert werden soll und dabei zuletzt die inhaltlichen, organisatorischen und zeitlichen Eckpunkte in dem jetzt verabschiedeten Grundsatzpapier festgelegt. Unter drei vorgeschlagenen Möglichkeiten der Vorgehensweise entschied sich die Lenkungsgruppe für eine „Minimale Variante PLUS“. Sie berücksichtigt, auf die Erfahrungen anderer Städte („Best-Practice-Städte“) zurückzugreifen, wobei hierfür Aachen, Mainz, Bremen und Paderborn ausgewählt wurden. In die stufenweise Erarbeitung des Konzeptpapiers werden die Fachämter des Rathauses eingebunden. Zwei Facharbeitsgruppen beschäftigen sich mit den Schwerpunktthemen „Wirtschaft“ sowie „Städtebau und Verkehr“. Darüber hinaus werden externe Institutionen wie die City-Initiative, der Einzelhandelsverband, IHK und Hwk sowie weitere Verantwortungsträger zur Innenstadtgestaltung um Mitwirkung gebeten.

Da der Entwurfsprozess eine hohe Transparenz aufweisen soll, wird die Öffentlichkeit gezielt über den Fortschritt des Projekts informiert. In Form öffentlicher Beteiligungsforen können Bürgerinnen und Bürger Stellung beziehen, eigene Interessen und Ideen äußern. Diese werden in Bürgergutachten festgehalten. Bevor SENI zur abschließenden Abstimmung und Entscheidung über die Lenkungsgruppe in die Gremien des Rates gegeben wird, ist eine öffentliche Konferenz geplant, in der das Konzept vorgestellt wird und Anmerkungen von Seiten der Öffentlichkeit nochmals diskutiert und gegebenenfalls in das Entwurfskonzept eingearbeitet werden. Das beschlossene Grundsatzpapier unterstreicht die Bedeutung der Multifunktionalität der Innenstadt als „wichtiges Kriterium für die Qualität des Oberzentrums“. Zu den prägenden Funktionen im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen gehören nicht nur der Einzelhandel, sondern auch so komplexe Themen wie Kultur und Bildung, Verkehr, Wohnen, Gesundheit oder Tourismus. Die zukünftige Gestaltung der Trierer Innenstadt ist eine der zentralen Herausforderungen für die zukunftsorientierte Stadtentwicklung.