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Ramboux-Preis

G. Osterwald: Ramboux um 1866, Stadtmuseum Simeonstift
G. Osterwald: Ramboux um 1866, Stadtmuseum Simeonstift
Der Ramboux-Preis der Stadt Trier wird seit 1961 entweder für ein Lebenswerk oder als Förderpreis für jüngere Künstler vergeben. Namenspatron ist der Maler und erste Trierer Ehrenbürger Johann Anton Ramboux (1790-1866), zu dessen bekanntesten Werken großformatige Lithografien der römischen Baudenkmäler seiner Heimatstadt zählen. Bis 2010 wurde der Ramboux-Preis alle zwei Jahre verliehen, aktuell gilt ein Vier-Jahres-Rhythmus. Den Preis verbindet das Stadtmuseum mit einem Ankauf von Werken der Gewinnerinnen in Höhe von insgesamt 6000 Euro.

Die Bildhauerin Laura Eckert und die Malerin Chikako Kato teilen sich den Ramboux-Preis 2014. Die 1983 in Trier geborene Bildhauerin Laura Eckert steht einerseits unverkennbar in der Tradition ihres Genres, erweitert es aber zugleich um neue Perspektiven. Dafür steht zum Beispiel ihre bewegliche Skulptur „Die Nacht“, die aus einzelnen drehbaren Elementen besteht, wobei sich aber nie eine im konventionellen Sinn „passende“ Konstellation ergibt. Als Material verwendet Eckert, die Bildhauerei in Leipzig studiert hat, neben Marmor auch Holz, unter anderem bei ihrer  großformatigen liegenden Figur „Signs of sleep“.

Die filigranen Arbeiten der gebürtigen Japanerin Chikako Kato erfordern zum einen den ganz nahen Blick des Betrachters, um alle Einzelheiten zu erfassen, überzeugen aber auch in der Gesamtschau als durchdachte Komposition. Übergreifendes Thema ist der Widerstand, ohne den, so Kato, keine Kommunikation möglich ist. Der Widerstand im physikalischen Sinn als elektronisches Bauteil findet sich daher auch als immer wiederkehrendes Element in ihren Gemälden. Chikako Kato lebt und arbeitet seit 2004 in Trier.

Für den Ramboux-Preis 2014 konnten Künstler bis 40 Jahre aus dem Gebiet des früheren Regierungsbezirks Trier eine Mappe einreichen. Jüngere Künstler sind mit 40 Jahren meist mit einem Studium fertig oder haben sich als Autodidakten für den schwierigen freischaffenden Weg entschieden. Für alle haben Ausstellungen, Galerieverträge, Stipendien und Kunstpreise große Bedeutung.

Mitglieder der Jury waren Ernest Uthemann vom Saarlandmuseum als Vertreter von Kulturdezernent Thomas Egger, Dr. Elisabeth Dühr, Direktorin des Stadtmuseums, Professor Jo Enzweiler als auswärtiger Künstler, Rainer Breuer (Tuchfabrik) und Ruth Clemens (Europäische Kunstakademie). Acht Kandidaten wurden aufgefordert, Originalwerke (je nach Platzkapazität bis maximal fünf Werke) einzureichen. In einer zweiten Sitzung bestimmte die Jury mit einfacher Mehrheit den Preisträger.

Die eingereichten Arbeiten der Bewerberinnen und Bewerber waren vom 9. Februar bis 6. April 2014 im Stadtmuseum Simeonstift zu sehen. Die Ausstellung  spiegelte die beachtliche Bandbreite der jungen Kunstszene in der Region Trier: Vertreten waren neben den Preisträgerinnen Christian Hoffmann, Alexander König (beide Malerei), Nisrek Varhonja (Zeichnung), Laas Koehler (Konzeptkunst), Daniel Schieben (Fotografie) und Martin Kleppe (Skulpturen, Video).

 
Bildergalerie
  • Foto: Laura Eckert und Chikako Kato präsentieren nach der Preisverleihung im Stadtmuseum die Urkunden.
  • Eine Skulptur von Laura Eckert
  • Gemälde von Chikako Kato