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12.05.2017 | Theater Trier

Mozart, Brecht und fünf Uraufführungen in der Spielzeit 2017/18

Schriftzug am Eingangsportal des Theaters
Schriftzug am Eingangsportal des Theaters.

Klassiker von Bertolt Brecht, Friedrich Schiller und Wolfgang Amadeus Mozart, fünf Uraufführungen und eine Ausweitung der beliebten Weltmusik-Konzerte prägen das Programm 2017/18 des Trierer Theaters. Wegen der schwierigen finanziellen Lage, die vor allem mit der Ära des im November 2016 abgelösten Intendanten Karl Sibelius zusammenhängt, wurde im Vergleich zu früheren Spielzeiten in jeder Sparte mindestens eine Produktion gestrichen.

Verwaltungsdirektor Herbert Müller sprach vor einer „vorsichtigen Planung“. Diese wurde auch dadurch erschwert, dass wegen des auslaufenden Vertrags von Schauspieldirektor Ulf Frötzschner zehn von zwölf Schauspielern aus Solidarität mit ihm kündigten. Neben den langjährigen Kräften Barbara Ullmann und Klaus Michael-Nix bilden somit sieben neue Schauspieler das Ensemble der Saison 2017/18. Hinzu kommen vier Schauspieler für einzelne Produktionen.

Grundlegende Weichenstellungen für die Entwicklung des Trierer Theaters in den nächsten Jahren bleiben dem neuen Intendanten vorbehalten, der voraussichtlich im Sommer 2018 seine Arbeit aufnimmt. Das Programm der „Übergangsspielzeit“ 2017/18  soll auch dazu dienen, Zuschauer zurückzugewinnen, die sich nach den oft kontrovers diskutierten Inszenierungen der Ära Sibelius zurückgezogen hatten.

Das Schauspielprogramm bietet nach Aussage von Spartenchefin Caroline Stolz unter anderem moderne Klassiker mit der „Dreigroschenoper“ von Bertolt Brecht und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ von Edward Albee. Zeitkritische Akzente setzt unter anderem das Stück  „Cash – und ewig rauschen die Gelder“ von Michael Cooney.

Krach bei Bach

Das Musiktheaterprogramm stellte Generalmusikdirektor Victor Puhl vor, der die seit Dezember erkrankte Opernchefin Katharina John vertritt. Highlights in der kommenden Spielzeit sind unter anderem Jacques Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“ und die Operette „Die Csárdásfürstin“ von Emmerich Kálmán und schließlich  Mozarts „Zauberflöte“ in einer Inszenierung des früheren Intendanten Heinz Lukas-Kindermann.

Der Kinderchor steht bei der Produktion „Krach bei Bach“ auf der Bühne, in der es um den turbulenten Alltag in der großen Familie des Komponisten geht. Das Tanzensemble unter der Leitung von Waltraud Körver steuert unter anderem zwei Uraufführungen bei, darunter „Hieronyms und der Meister sind auch da“ unter der Leitung von Compagnie-Chefin Susanne Linke.

Das Philharmonische Orchester ist mit acht Sinfoniekonzerten vertreten. Als Höhepunkte nannte Puhl unter anderem das Programm mit Auszügen aus Richard Wagners „Tristan und Isolde“ und der „Götterdämmerung“ sowie sein Abschiedskonzert als Generalmusikdirektor am 21. Juni 2018 mit Kompositionen von Hector Berlioz, Antonin Dvorak, Leonard Bernstein und Maurice Ravel. Wegen des großen Publikumserfolgs werden die Weltmusikkonzerte ausgeweitet. Sie finden an zwei Tagen hintereinander statt und bieten unter anderem einen Jacques-Brel-Abend mit dem Sänger und Schauspieler Dominique Horwitz am 6./7. Juni 2018. 

Das Orchester tritt außerdem wieder in den kleineren Reihen „Klassik um elf“ und „Family Classcis“ auf und wirkt an Schulprogrammen mit. Jugendprojekte sind auch im Schauspielprogramm vertreten, das außerdem erneut durch die „Bürgertheater“-Produktionen ergänzt wird. Dort ist unter anderem die „Dritte Trierer Horrornacht“ am 30. Oktober geplant.