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03.01.2018 | Arbeitsmarktbilanz 2017

Weniger Arbeitslose, aber mehr offene Stellen

Die Geschäftsleiter der Agentur für Arbeit Trier Heribert Wilhelmi (l.) und Dr. Dirk Hannowsky stellen die Bilanz des Arbeitsmarktes 2017 vor.
Die Geschäftsleiter der Agentur für Arbeit Trier Heribert Wilhelmi (l.) und Dr. Dirk Hannowsky stellen die Bilanz des Arbeitsmarktes 2017 vor.

Der Chef der Agentur für Arbeit Trier, Heribert Wilhelmi, präsentierte die Bilanz des Arbeitsmarkts des Jahres 2017. Im Jahresdurchschnitt waren 2017 in der Region, die neben der Stadt Trier auch die vier Landkreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Trier-Saarburg und Vulkaneifel beinhaltet, pro Monat 10.567 Arbeitslose gemeldet. Das waren 657 Personen weniger als noch im Vorjahr, was einem Rückgang von 5,8 Prozent entspricht. Die rückläufige Arbeitslosenzahl ist auch in Trier feststellbar: Durchschnittlich waren im vergangenen Jahr 2980 Menschen arbeitslos. 2016 lag diese Zahl noch bei 3248 Menschen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Region ist zum Stand 30. Juni 2017 gegenüber dem Vorjahr um 2547 Personen auf 172.962 angestiegen. Dennoch scheint der Bedarf nach Arbeitskräften noch nicht gedeckt zu sein: Wurden 2016 insgesamt 15.310 Stellenangebote registriert, waren es im vergangenen Jahr 16.018. „Einerseits freuen wir uns über die niedrige Arbeitslosigkeit, andererseits gibt es sehr viele offene Stellen und wir stehen vor der Herausforderung, Arbeitgebern die Kräfte zu vermitteln, die sie benötigen“, erläuterte Wilhelmi am Mittwoch bei einer Pressekonferenz.

Genau diese Vermittlung von passenden Fachkräften an Arbeitgeber wird laut Dr. Dirk Hannowsky, Geschäftsführer bei der Arbeitsagentur, immer schwieriger. „Die Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden“, betonte er. Einen flächendeckenden Fachkräftemangel in der Region sehen er und Wilhelmi bislang jedoch nicht. Ein Grund für die Schwierigkeiten, Betriebe mit geeigneten Bewerbern zu versorgen, sind die Fachkräfte, die in Luxemburg arbeiten und der hiesigen Wirtschaft fehlen, wie Hannowsky erläuterte. Knapp 31.000 Menschen, vor allem aus den Landkreisen Bitburg-Prüm und Trier-Saarburg, aber natürlich auch aus der Stadt Trier, fuhren 2017 über die Grenze ins Großherzogtum, wo höhere Nettolöhne winken. Man müsse sich die Frage stellen, was getan werden könne, damit gut ausgebildete Menschen in der Region bleiben, sagte der Arbeitsmarktexperte.

Wilhelmi und Hannowsky sehen jedoch auch einen positiven Effekt, den die zahlreichen offenen Stellen mit sich bringen: Unternehmen sind zunehmend bereit, Personengruppen, die es auf dem Arbeitsmarkt bislang schwer hatten, wie etwa Langzeitarbeitslose, Schwerbehinderte, über 50-Jährige und Menschen mit Migrationshintergrund, eine Chance zu geben. „Wir müssen auf die Arbeitgeber zugehen und sie dafür sensibilisieren, sich anderen Gruppen zu öffnen“, betonte Hannowsky. Agentur-Chef Wilhelmi ergänzte: „Die Arbeitgeber müssen ihren Horizont erweitern, um  diesen Menschen eine Chance zu geben, denn die Fachkräfte regnen nicht vom Himmel.“ Oft gebe es die Möglichkeit, ungelernte Arbeitslose mit Unterstützung der Arbeitsagentur zu Fachkräften weiterzubilden.

 
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