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Soziale Stadt Trier-West

Flohmarkt in der Don-Bosco-Halle
Die Don-Bosco-Soccerhalle wird nicht nur als Sportstätte, sondern auch für Flohmärkte (Foto) und ähnliche Stadtteilveranstaltungen genutzt. Foto: Quartiersmanagement
Nach Ehrang und Trier-Nord ist Trier-West seit 2003 das dritte Soziale-Stadt-Gebiet in der Moselstadt. Die Vergangenheit als Militärstandort mit der Gneisenau- und Jägerkaserne prägt bis heute das Erscheinungsbild des oft mit einem Negativimage behafteten Stadtteils, zu dessen Stärken eine gute Infrastruktur und der Zusammenhalt der Bevölkerung zählen.

Im Quartier leben heute rund 3300 Einwohner auf einer Fläche von 36,6 Hektar. Von der Innenstadt ist Trier-West durch die Mosel getrennt. Es besteht durch die Römer- und die Konrad-Adenauer-Brücke eine gute Innenstadtanbindung mit eng getaktetem Busverkehr und der Stadtteil verfügt über eine gute Infrastruktur: Ärzte, Schulen und Kindergärten sind ebenso vorhanden wie Kleingewerbe und alle Geschäfte des täglichen Bedarfs. Kerngebiet ist der Bering um die ehemalige Gneisenaukaserne.

Trier-West blickt auf eine lange militärische Vergangenheit zurück und unterscheidet sich schon daher maßgeblich von anderen Stadtteilen. Ehemalige Kasernengebäude dienten nach dem Zweiten Weltkrieg als Flüchtlings- und Obdachlosenunterkunft. Entsprechend hoch ist der Anteil an sozialem Wohnungsbau und sozial benachteiligten Menschen.

Investive Maßnahmen

Den Leitfaden für das Programm Soziale Stadt bildet seit 2009 das Integrierte Handlungs- und Entwicklungskonzept (IHEK). Darin wurden unter Berücksichtigung von Bürgerinteressen Maßnahmen für Trier-West festgelegt, die zur Aufwertung des Stadtteils und zur Verbesserung der Lebenssituation der Bevölkerung vor Ort beitragen sollen. Dabei fungiert das seit 2005 bestehende Quartiersmanagement in Trägerschaft des Caritasverbands Trier als Bindeglied zwischen dem Rathaus und den Bewohnern und Akteuren vor Ort und ist damit ein wirksames Instrument der Stadtteilentwicklung.

Bis 2014 sind 3,7 Millionen Euro in den Umbau des Gebäudes Haus des Jugendrechts geflossen, weitere 1,3 Millionen standen für den Umbau des jetzigen Jobcenters zur Verfügung. Die Gesamtkosten für beide Gebäude beliefen sich auf jeweils circa fünf Millionen Euro. Eigentümer ist die Stadt Trier. Auch die Siedlung der Baugenossenschaft der Eisenbahnbediensteten  Im Schankenbungert hat für die Umsetzung der beiden ersten Sanierungsabschnitte Fördergelder erhalten. Die Häuser wurden mit Fußbodenheizung, Wärmedämmung und modernen Bädern ausgestattet und bedarfsgerecht zugeschnitten. Der gegenüberliegende Straßenzug wurde komplett abgerissen und durch Neubauten ersetzt, die nach zweijähriger Bauzeit in den kommenden Wochen ebenfalls bezugsfertig sein werden.

Die ehemalige Reithalle der Gneisenau-Kaserne wurde mit Mitteln des Programms Soziale Stadt restauriert und zur Soccerhalle umgebaut. Heute beherbergt sie neben dem Spielfeld Büro- und Versammlungsräume sowie eine Werkstatt, die derzeit nochmals ausgebaut und erweitert wird. Nicht nur das Soccerfeld wird rege genutzt, sondern es finden auch zahlreiche Veranstaltungen wie Kinderflohmarkt und Musicalaufführungen mit Beteiligung der Bewohner statt.

Erfolgsmodell „Job-in-West“

Neben den Gebäudesanierungen konnten bis heute zahlreiche sozialintegrative Projekte umgesetzt werden, darunter:

  • Lokales Kapital für Soziale Zwecke: Finanzierung von Mikroprojekten.
  • Stärken vor Ort: Unterstützung Jugendlicher auf dem Weg ins Berufsleben und von Frauen beim Wiedereinstieg in den Beruf
  • BIWAQ – Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier

Besonders erfolgreich verläuft seit 2008 das Qualifizierungsprojekt „Job-in-West“: Junge Menschen, die bisher auf dem Arbeitsmarkt aus verschiedenen Gründen keine Chance hatten, lernen zunächst durch Mitarbeit im Stadtteilcafé Bär und in der Werkstatt der Don Bosco-Halle ihren Alltag zu strukturieren. Zugleich werden sie bei der Erstellung ihrer Bewerbungsunterlagen und der Vermittlung von Praktika unterstützt. Ziel ist die Aufnahme einer regulären Berufsausbildung oder die Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt. Trotz einer oft schwierigen Ausgangssituation der Teilnehmer wurde bisher eine Erfolgsquote von knapp 45 Prozent erreicht. Damit übertrifft „Job-in-West“ nach Angaben des Jobcenters Trier bei weitem die Eingliederungseffekte vergleichbarer Maßnahmen.

 
Verweisliste

Ansprechpartnerin

Institution: Amt für Soziales und Wohnen

Frau Gabi Schmitt

Telefon: 0651/718-4550